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Luftverkehr - Hamburg

Hamburger Senat uneins bei Fluglärmentwicklung

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Hamburg (dpa/lno) - Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) hat den Rückgang der Verspätungen am Hamburger Flughafen im Februar als positive Entwicklung begrüßt. "Als für die Verspätungsregelung und den Flughafen zuständiger Senator freue ich mich, dass die Maßnahmen, die wir verabredet haben, greifen", sagte er am Freitag. "Wir haben immer gesagt, dass das Ganze ein Prozess ist und wir sukzessive besser werden wollen." Er ging damit auf Distanz zum Grünen-Umweltsenator Jens Kerstan, der ehrgeizigere Maßnahmen zum Schutz der Anwohner vor Fluglärm angemahnt hatte.

Nach Angaben des Flughafens sind die Verspätungen nach 23 Uhr deutlich rückläufig. Von Dezember vergangenen Jahres seien sie bis Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Dieser Trend setze sich auch im laufenden Monat fort.

Die Bürgerinitiative Fluglärmschutz warf Senator Westhagemann und dem Flughafen vor, die Öffentlichkeit zu täuschen. "Da werden uns mutmaßliche Belastungsminderungen verkauft, die auf Rekordständen des Vorjahres basieren. Das Jahr 2018 ist ein absolutes Rekordjahr bei der Anzahl der Flugbewegungen nach 22 Uhr und bei der Anzahl der Verspätungen gewesen", erklärte ihr Sprecher Martin Mosel. Seit 2011 stiegen die Zahlen kontinuierlich.

Auch Kerstan hatte bemängelt, dass die 2016 mit den Airlines vereinbarte "Pünktlichkeitsoffensive" die Erwartungen nicht erfüllt habe. "Die bisher vereinbarten Maßnahmen sorgen nicht für wirklich großflächige Verbesserungen. Die nächste Lärmaktionsplanung sollte uns deshalb einen deutlichen Schritt nach vorne bringen", sagte er.

Der BUND, begrüßte die Pläne Kerstans. "Leider ist dies nicht die erste Ankündigung dieser Art und bislang gibt es kaum spürbare Verbesserungen", sagte Landesgeschäftsführer Manfred Braasch und forderte vom Umweltsenator klare Vorgaben. "Ein konsequentes Nachtflugverbot ab 22 Uhr, wie von den Betroffenen und von Umweltverbänden gefordert, ist an einem innerstädtischen Airport wie Hamburg längst überfällig."

Die Umweltorganisation geht bereits gerichtlich gegen den Ausbau des Hamburger Flughafens vor. In einer Klage beim Oberverwaltungsgericht macht der BUND eine veraltete Genehmigungslage und die Missachtung seiner Beteiligungsrechte geltend. Für den geplanten Ausbau des Flughafens sei ein neues Planfeststellungsverfahren notwendig, das auch eine neue Festlegung der Lärmschutzzonen nach sich ziehe.