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Flughafen Saarbrücken: Einbau Notbremssystem im Zeitplan

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Saarbrücken (dpa/lrs) - Der Einbau des bundesweit ersten Notbremssystem für Flugzeuge am Airport Saarbrücken kommt voran: Am Dienstag trugen Arbeiter eine dünne Betondecke auf ein Bett aus speziellem Schaumglas auf, in dem Maschinen im Notfall am Ende der Landebahn einsinken und abgebremst werden sollen. In den nächsten Tagen werde der Beton auf der 85 mal 45 Meter großen Notfallzone austrocknen, sagte der Geschäftsführer des Airports Saarbrücken, Thomas Schuck. "Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan."

Für die Installation des Notstopps EMAS ("Engineered Materials Arresting System") ruht in Saarbrücken der Flugbetrieb für 20 Tage noch bis zum 30. März: Insgesamt fielen in dieser Zeit 84 Flüge (Hin- und Rückflüge) aus, sagte Airport-Sprecher Ludwin Vogel. Mit EMAS wolle man mehr Sicherheit für Piloten und Passagiere schaffen - und den Airport zukunftssicher machen. Die Kosten betragen rund 4,3 Millionen Euro.

Im Schaumglas könnten Flugzeuge, die über die Piste hinausschießen, einsinken wie Lastwagen im Kiesbett. Die Zone reiche, "um ein Flugzeug mit einem Tempo von bis zu 55 Knoten (102 km/h) kontrolliert abzubremsen", sagte Niklas Siversjö von der Firma Runway Safe im schwedischen Göteborg.

Seit Ende der 1990er Jahre gibt es EMAS-Bremszonen in den USA. Dort sind bereits rund 70 Airports ausgestattet, in Europa sind es bisher Madrid und Zürich. Am Dienstag waren bei den Arbeiten in Saarbrücken etliche Experten aus aller Welt vor Ort, um sich über das System zu informieren - darunter Flughafenbetreiber aus Honduras, Brasilien, Italien und Frankreich, wie Vogel sagte.

Die Vereinigung Cockpit begrüßt den Einbau des Bremssystems in Saarbrücken. "Es ist positiv, wenn es Sicherungssysteme gibt, die das Risiko eines Schadens beim Überschießen der Bahn minimieren", sagte der Sprecher. Sie seien sinnvoll bei Flughäfen, die aufgrund ihrer geografischen Lage keine erweiterten Ausrollzonen haben könnten.

Das ist in Saarbrücken der Fall: Die knapp 2000 Meter lange Landebahn sei "ein bisschen wie ein Flugzeugträger", sagte Geschäftsführer Schuck. An den Seiten sei es abschüssig, am Ende der Bahn geht es hinab ins Fechinger Tal.