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Industrie - Krauthausen

Erweiterung des Thüringer BMW-Werks gestartet

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Krauthausen (dpa/th) - Der Automobilkonzern BMW will das thüringische Eisenach zu seinem weltweit größten Werkzeugbau-Standort erweitern. In das Werk in Krauthausen bei Eisenach würden bis zum Jahr 2022 rund 42 Millionen Euro investiert, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Grundsteinlegung für die Erweiterung mit. Ziel sei es, die Produktionskapazität für Presswerkzeuge, die in der Karosseriefertigung weltweit eingesetzt werden, um etwa 50 Prozent aufzustocken. Damit verbunden seien 20 Prozent mehr Arbeitsplätze - von derzeit 260 soll die Belegschaft auf 300 Arbeitnehmer steigen.

Mit dem Werkzeugbau war der Münchner Konzern 1992 an den Ursprungsort seiner Autoproduktion zurückgekehrt. Eisenach war 1928 der erste Standort, an dem der frühere Flugzeugmotorenhersteller bis zum Zweiten Weltkrieg Autos baute, darunter die legendären Dixi-Modelle oder den BMW 328.

Die bisherigen Investitionen in den Thüringer Werkzeugbau-Standort erhöhen sich mit dem neuen Projekt den Angaben zufolge auf rund 200 Millionen Euro. In den nächsten drei Jahren sollen sich die bisherigen Produktions-, Logistik- und Büroflächen mehr als verdoppeln. "Wir vergrößern die bebaute Fläche bildlich gesprochen um etwa zwei Fußballfelder", erklärte der Leiter Produktionssysteme der BMW-Gruppe, Dirk Hilgenberg, nach Unternehmensangaben. Er sprach von einem Weg vom werkstattorientierten zum industriellen Werkzeugbau. Derzeit würden pro Jahr im Schnitt bis zu 40 Werkzeugsätze aus Eisenach ausgeliefert.

Die bis zu 50 Tonnen schweren Werkzeuge werden in Pressen eingebaut. Sie formen nach Unternehmensangaben Bleche zu Dächern, Seitenwänden oder Frontklappen für alle Modelle der Marken BMW, Mini und Rolls Royce. Um die neuen Stellen mit eigenem Nachwuchs besetzen zu können, soll die Zahl der Azubis in Eisenach steigen, kündigte Hilgenberg an.