bedeckt München 23°

Immobilien

Sollte der Gärtner verwelkte Blüten immer entfernen?

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa/tmn) - Ein verbreiteter Tipp für Hobbygärtner lautet: Kopf ab! Denn entfernt man an Sommerblumen verwelkte Blütenköpfe immer wieder, blüht die Pflanze länger.

Sie steckt dann nicht ihre wertvolle Energie in die Bildung von Samen. Weil man ihr den Nachwuchs in Form der Samen nimmt, produziert sie schnell neue Blüten, um den natürlichen Kreislauf beizubehalten.

Doch das kann durchaus etwas Arbeit in einem großen Garten, aber auch schon auf einem reich blühenden Balkon bedeuten. Es stellt sich also die Frage: Geht es nicht auch ohne?

Klar, sagt Isabelle Van Groeningen, Dozentin an der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Die Natur kennt ein Abschneiden ja auch nicht. Außerdem haben Gärtner auch von vielen verblühten Pflanzen optisch noch etwas: "Viele Stauden bilden nach der Blüte sehr schöne Samenstände", sagt die Gartenexpertin.

"Diese sind aber nicht nur optisch ein Reiz, sondern sie bieten Insekten eine wichtige Rückzugsmöglichkeit und den Vögeln Futter." Nur bei den Einjährigen lohnt es sich, die Pflanze daran zu hindern, Samen zu bilden und die verblühten Blüten regelmäßig zu entfernen, damit sie weiter blühen.

Sie rät daher Hobbygärtnern, die nicht wissen, ob die Pflanze Samenstände bildet, die ersten verwelkten Blüten stehen zu lassen und abzuwarten. Handelt es sich um so eine sterile Blüte, lohnt es sich natürlich, alle paar Tage Verwelktes abzuschneiden und so die Blüte zu verlängern.