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Handel - Neckarsulm

Konkurrenz aus Süddeutschland für Kölner duale Systeme

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Neckarsulm/Köln (dpa/lnw) - Köln bekommt als zentraler Standort für die bundesweite Müll-Koordination Konkurrenz aus dem Süden. Der Mutterkonzern des Discounters Lidl, die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm in Baden-Württemberg, hat ein eigenes duales System gegründet, wie eine Firmensprecherin sagte. Bisher ist Lidl Kunde vom Kölner Unternehmen Interseroh, das die Abholung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsmüll des Discounters regelt. Nun dürfte Interseroh seinen größten Kunden verlieren. Schätzungsweise 70 bis 80 Millionen Euro zahlt Lidl pro Jahr für solche Müll-Dienste.

Neben Interseroh haben noch zahlreiche andere duale Systeme ihren Sitz in Köln, was die Stadt zum wichtigsten Standort für die Nischenbranche macht. Auch für den bekanntesten Lizenzgeber, die Firma DSD mit Markenrechten am Recycling-Zeichen Grüner Punkt, ist die neue schwäbische Konkurrenz eine schlechte Nachricht - DSD hatte Lidl einmal als Kunden und hätte wohl auch künftig wieder um den Discounter geworben.

Schätzungsweise ein Zehntel des Verpackungsmülls im deutschen Handel kommt von Lidl. Die neue Firma soll künftig auch die Abfallorganisation für Kaufland übernehmen, eine andere Tochter aus dem schwäbischen Konzern.

Mit der Systemgründung setzt die Schwarz-Gruppe ihre Expansion auf dem Abfallmarkt fort. Im Sommer hatte sie den fünftgrößten privaten deutschen Entsorger übernommen, die Firma Tönsmeier aus Porta Westfalica (NRW). Mit der Gründung des dualen Systems unter dem Namen PreZero Dual GmbH deckt die Schwarz-Gruppe künftig die komplette Abfallkette ab, von der Organisation der Abholung in einem dualen System bis hin zur Sortierung und Verwertung.

Duale Systeme sind nur in der Müllorganisation tätig - sie beauftragen Müllabfuhren, Sortieranlagen und Entsorger. Damit sind sie eine wichtige Schnittstelle für die ganze Abfallwirtschaft.