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Handel - Hamburg

Gericht stoppt Nährstoff-Ampel "Nutri-Score" bei Iglo

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Hamburg (dpa) - Der Tiefkühlkost-Hersteller Iglo darf Supermarkt-Produkte nicht mit einer Nährstoff-Kennzeichnung - dem sogenannten Nutri-Score - versehen. Das Landgericht Hamburg habe am Dienstag eine einstweilige Verfügung gegen die Iglo GmbH erlassen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Den Antrag hierauf hatte der Münchner Verein Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft gestellt. Der "Nutri-Score" verstoße gegen europäische Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung und sei daher im geschäftlichen Verkehr unzulässig, urteilte das Gericht. Iglo kündigte Berufung an.

Der "Nutri-Score" besteht aus einer fünfstufigen Farbskala. Die Abstufungen reichen von dunkelgrün/A bis rot/E. Diese Kennzeichnung solle eine Einordnung des Nährstoffprofils des Lebensmittels ermöglichen, erläuterte das Gericht. Der "Nutri-Score" sei - soweit mit den Farbstufen positive Nährwerteigenschaften des Lebensmittels hervorgehoben werden - eine nährwertbezogene Angabe im Sinne der "Health Claims Verordnung". Diese mache bestimmte Vorgaben für derartige Angaben, denen der "Nutri-Score" aber nicht entspreche.

Die Kennzeichnung verstößt laut Gericht insgesamt gegen Artikel 35 der Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV), nach der bestimmte Anforderungen für Darstellungen des Brennwerts eines Lebensmittels gelten. Iglo habe dem Gericht nach dessen Auffassung nicht ausreichend belegt, dass die Nährwerteinstufungen auf fundierten und wissenschaftlich haltbaren Erkenntnissen der Verbraucherforschung beruhen, teilte der Sprecher mit.

"Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass wir den Wunsch der Verbraucher nach einer transparenten, unabhängigen und leicht verständlichen Kennzeichnung erfüllen dürfen", teilte die Iglo-Chefin für Deutschland, Antje Schubert, mit. Das System ist auf freiwilliger Basis vor allem in Frankreich weit verbreitet.