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Forstwirtschaft - Möhnesee

Test: Plastikfolie um Baumstämme soll Borkenkäfer töten

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Arnsberg/Möhnesee (dpa/lnw) - Im Kampf gegen den massiven Borkenkäferbefall der Fichtenwälder wickelt der Landesbetrieb Wald und Holz gelagerte Baumstämme testweise in Plastikfolie. Mit der seit Donnerstag angewandten Methode soll die Ausbreitung des Holzschädlings eingedämmt werden. Im Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald werden dafür gefällte Fichten von einer Folie umwickelt und luftdicht eingeschweißt. "Innerhalb von wenigen Tagen ist der Sauerstoff unter der Folie verbraucht. Dann sterben die Borkenkäfer und ihre Larven ab", sagte Friedrich Louen vom Landesbetrieb Wald und Holz. Zudem werde durch die Folie das Pilzwachstum gehemmt und das Holz für mehrere Jahre konserviert.

Ein feines Netz um die Folie soll Nagetiere fernhalten. Der Test soll auch zeigen, ob das Verfahren wirtschaftlich sinnvoll ist - auch weil unklar sei, wie hoch die Entsorgungskosten der Folie seien. Die Experten des Lehr- und Versuchsforstamtes überwachten das Projekt.

Im vergangenen Jahr hatte es in NRW den stärksten Borkenkäfer-Befall der Nachkriegszeit gegeben. Ein Großteil der Käfer hat überwintert. Auch in diesem Jahr befürchtet der Landesbetrieb einen großen Borkenkäfer-Befall. "Die beste Methode ist, die befallenen Fichten zu fällen und abzutransportieren. Bei der Menge an Bäumen ist das aber nicht immer möglich", sagt Louen. Durch Stürme wie "Eberhard" im März 2019 und den Borkenkäfer-Befall gebe es ein Überangebot an Fichten.

Der Westfälisch-Lippische Landschaftsverband (WLV) warnt vor einer "Eskalation der Situation". Die Waldbesitzer und Forstwirte seien angesichts Borkenkäferplage dringend auf zusätzliche Hilfe angewiesen, erklärte WLV-Präsident Johannes Röring am Donnerstag.