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Forstwirtschaft - Gunzenhausen

Schwammspinner-Plage in Gunzenhausen

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Gunzenhausen (dpa/lby) - Zu Tausenden bevölkern die schwarzen, haarigen bis zu sieben Zentimeter langen Tierchen Gärten und Häuser und sogar das Freibad in Gunzenhausen: Schwammspinner-Raupen. In diesem Frühjahr habe sich das Insekt im Wald der mittelfränkischen Stadt explosionsartig vermehrt, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag. Das 117 Hektar große Waldgelände hätten die Raupen bereits kahlgefressen - und sich in den vergangenen Tagen auf den Weg in die benachbarte Siedlung gemacht. Viele Anwohner des Burgstallwaldes seien mit den Nerven am Ende. Als Soforthilfe seien professionelle Schädlingsbekämpfer beauftragt worden.

Vor allem die Fassaden der an den Wald angrenzenden Häuser sind übersät mit Schwammspinnern. Sie kämen nachts, sie kämen an den Kopf, und man werde sie nicht mehr los, klagte eine geplagte Hausbesitzerin im Bayerischen Rundfunk.

Der Schwammspinner (Lymantria dispar) ist ein wärmeliebender Nachtfalter. Er neigt besonders nach warm-trockenen Frühsommern zu Massenvermehrungen, die das Wachstum der Bäume stark beeinträchtigen und für den Menschen lästig sein können.

Nach einem Stadtratsbeschluss war in diesem Jahr auf eine chemische Bekämpfung des Insekts verzichtet worden. Grund sei gewesen, dass der Staatsforstbetrieb, dem etwa zwei Drittel des Burgstallwaldes gehören, den Einsatz von Pestiziden abgelehnt habe, sagte der Erste Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (CSU).

Schwammspinner haben eine große Anzahl natürlicher Feinde wie Raupenfliegen und Brackwespen, die dazu beitragen können, eine Massenvermehrung auf natürliche Weise enden zu lassen, wie es bei der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) heißt.

Der britische Naturschützer Dave Goulson erklärt in seinem Buch "Wildlife Gardening", gerade der Einsatz von Insektiziden schaffe einen Teufelskreis: Beim Spritzen stürben nicht nur die Schädlinge, wie der Schwammspinner, sondern auch viele ihrer Feinde. Die Populationen der Pflanzenschädlinge erholten sich davon oft weitaus schneller als die ihrer Feinde - in der Folge könne der Schädlingsbefall danach schlimmer sein als ganz ohne Pestizideinsatz.