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Fischerei - Hamburg

Naturschützer fordern Baggerstopp in Elbe: Stint in Gefahr

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Hamburg (dpa/lno) - Vor wenigen Wochen haben die letzten Elbfischer Alarm geschlagen und auf den dramatischen Rückgang des Stintbestandes aufmerksam gemacht. Nun fordern Naturschützer den Stopp von Baggerarbeiten und Hafenschlick-Einbringungen in der Elbe. Das seien bekanntermaßen Faktoren, die dem Stint zu schaffen machen. "Für den Schutz des Stintbestands müssen aktuelle Eingriffe vorsorglich jetzt gestoppt werden", teilte das Bündnis "Lebendige Tideelbe" mit. Die belastetenden Aktivitäten in dem Fluss sollten so lange gestoppt werden, bis deren Unbedenklichkeit bewiesen sei.

Nur nach den Ursachen zu suchen und mittelfristig etwas gegen den Rückgang zu tun, reiche nicht mehr aus. "Bei der derzeitigen Bestandsentwicklung des Stints und den dramatischen Folgen muss endlich auch Ökologie Priorität haben. Mit der bereits begonnenen Elbvertiefung wird sich die Situation nochmals deutlich verschlimmern", sagte Manfred Braasch, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Hamburg, dazu.

Den Ursachen des seit fünf Jahren andauernden Rückgangs der Stintbestände ist auch das Centrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg auf der Spur. Unter der Beteiligung von Behörden, Wissenschaft, Vereinen und Verbänden hat sich im vergangenen November die "Initiative Elbfische" gegründet, um die Fischfauna in der Tideelbe nachhaltig zu fördern.

Stinte sind mit einer Größe von 15 bis 20 Zentimetern die kleinsten lachsartigen Schwarmfische. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Stint mit Netzen am Ufer der Elbe in Massen gefangen. Mit zunehmender Gewässerverunreinigung verschwand er zeitweilig völlig und geriet als Speisefisch in Vergessenheit. Das änderte sich Ende des vorigen Jahrhunderts. Seitdem gilt er als regionale Delikatesse.