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Energie - Kiel

Weniger Windstrom an Land wegen Netzengpässen abgeregelt

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Kiel (dpa/lno) - Wegen Engpässen im Stromnetz sind 2018 in Schleswig-Holstein 2524 Gigawattstunden Ökostrom an Land abgeregelt worden. Das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit dem zunehmenden Ausbau des Höchstspannungsnetzes werde die abzuregelnde Strommenge aus erneuerbaren Energien weiter sinken, sagte Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) am Dienstag.

Neben dem Landstrom wurden in Schleswig-Holstein 2018 auch 336 Gigawattstunden Strom von Windrädern auf See abgeregelt. Die Abregelungen entsprechen rund 11 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EE) in Schleswig-Holstein. Die abgeregelte Strommenge insgesamt entsprach im vergangenen Jahr 11 Prozent (2017: 13 Prozent) der Ökostrom-Produktion im Land.

"Zur Vermeidung langanhaltender Netzengpässe südlich der Elbe braucht es dringend mehr Tempo bei den großen Nord-Süd-Leitungen", forderte Albrecht. Im nördlichsten Bundesland werde ein wesentlicher Netzengpass mit der Fertigstellung der Westküstenleitung bis nach Klixbüll (2022) beziehungsweise nach Dänemark (2023) behoben.

"Wir werden noch in diesem Jahr weitere wichtige Schritte zur Entspannung der Netzsituation in Schleswig-Holstein sehen", sagte Albrecht. Als Beispiele nannte er die sogenannte Elbekreuzung bei Haseldorf, die noch im zweiten Quartal in Betrieb genommen werden soll. Dann kann über eine neue 380-Kilovolt-Leitung zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen mehr Strom transportiert werden.