bedeckt München 21°

Energie - Erfurt

Siegesmund: Thüringen soll auch auf Wasserstoff setzen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Erfurt (dpa/th) - Thüringen will für die künftige Energieerzeugung maßgeblich auch auf Wasserstofftechnologien setzen. Nach den Plänen von Energieministerin Anja Siegesmund soll Wasserstoff schon in den nächsten Jahren Züge, Busse und Lastwagen antreiben, die in Thüringen unterwegs sind. Zudem sollten mit Hilfe dieser Technologien in Zukunft Gebäude geheizt und gekühlt werden, sagte die Grüne-Politikerin am Mittwoch in Erfurt. "Wasserstoff aus erneuerbaren Energien steht für Hochtechnologie und Klimaschutz."

In Erfurt beschäftigte sich am Mittwoch eine Konferenz mit dem Thema. Auch der Leiter der Thüringer Energie- und Green-Tech-Agentur, Dieter Sell, sieht im Land ein enormes Potenzial, um in Zukunft Wasserstofftechnologien einzusetzen. Auf diesem Feld seien bislang nur einzelne Firmen in Thüringen tätig. "Wir haben die Chance, von der Pike auf ein grünes, wasserstoffbasiertes Industriezentrum der Zukunft zu denken", sagte er. Derzeit gleiche Thüringen beim Wasserstoff eher einer "weißen Karte". So gebe es beispielsweise derzeit nur eine einzige Wasserstofftankstelle: auf einem Firmengelände in Sonneberg. Eine weitere Anlage soll im Laufe des Jahres in Erfurt eröffnen.

Einzelne Unternehmensvertreter sahen am Rande der Tagung generellen Nachholbedarf in Deutschland bei der Nutzung von Wasserstofftechnologien. In Ländern wie der Schweiz oder China werde Wasserstoff zum Beispiel als Treibstoff von Lastwagen eingesetzt. Im Osten Thüringens war vor wenigen Wochen testweise ein Wasserstoffzug durch das Schwarzatal gerollt. Auf der Strecke zwischen Rottenbach und Katzhütte sollen ab Ende 2021 zwei wasserstoffbetriebene Zügen regelmäßig unterwegs sein.

Derzeit werde eine Thüringer Wasserstoffstrategie erarbeitet, betonte Siegesmund. Sie soll noch vor Ende der Legislaturperiode im Herbst fertiggestellt werden.