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Gewerkschaft fordert Beschäftigungssicherung bei Kaufhof

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Berlin (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi fordert Mitsprache der Beschäftigten beim Zusammenschluss der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof. Ein Zukunftskonzept könne nur bei Einbeziehung der Mitarbeiter und ihrer Gewerkschaft erfolgreich sein, teilte Verdi am Mittwoch nach einem Gespräch mit der Unternehmensführung von Karstadt und Kaufhof mit. Bei dem neuen Warenhausriesen sollen im Zuge der Fusion rund 2600 Stellen gestrichen werden.

Die Unternehmensführung erwarte von den Kaufhof-Beschäftigten einen Beitrag in Höhe von 70 Millionen Euro zur Sanierung des Unternehmens, hieß es in der Verdi-Mitteilung. Von Unternehmensseite war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Um Kosten zu sparen, steigt Kaufhof aus der Tarifbindung aus. Man strebe eine individuelle Tariflösung an, die der wirtschaftlichen Notsituation von Kaufhof Rechnung trage, hatte Karstadt in der vergangenen Woche mitgeteilt. Bei Karstadt gilt schon lange ein Sanierungstarifvertrag, der erhebliche Zugeständnisse der Mitarbeiter etwa bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld umfasst. Auf Filialschließungen will der Konzern bei seinen Sanierungsbemühungen zunächst verzichten.

"Wir brauchen eine Beschäftigungs- und Standortsicherung - auch für die 40 Doppelstandorte - und ein Bekenntnis zur Tarifbindung. Dann sind wir auch bereit, über ein Zukunftskonzept zu verhandeln", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

An dem Gespräch in Berlin nahmen nach Verdi-Angaben unter anderem der bisherige Karstadt-Eigentümer René Benko, Konzernchef Stephan Fanderl und der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske teil. Benko hält auch die Mehrheit an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen von Karstadt und Kaufhof.