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Bergbau - Giesen

BUND klagt gegen Neustartgenehmigung für Kalibergwerk

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Giesen (dpa/lni) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) klagt gegen die Genehmigung für einen möglichen Neustart des Kalibergwerks Siegfried-Giesen bei Hildesheim. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) habe bei seiner Genehmigung nicht auf ein Reduzieren der Umweltbelastungen bestanden und stattdessen den wirtschaftlichen Interessen des Düngemittelherstellers K+S höhere Bedeutung eingeräumt, teilte der BUND am Montag mit. Falls das Bergwerk wieder in Betrieb gehe, werde eine weitere Salzhalde aufgeschüttet, was zu einer Belastung der Gewässer führe.

Das Bergwerk war 1987 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden, wird als Reservebergwerk aber betriebsbereit gehalten. K+S will Siegfried-Giesen wieder in Betrieb nehmen, wenn die Wirtschaftlichkeit gewährleistet ist und das Vorhaben in die Zukunftsstrategie des Konzerns passt. Mit dem Ende Januar erteilten Planfeststellungsbeschluss, der Baugenehmigung, hat das Unternehmen fünf Jahre Zeit, mit dem Projekt zu beginnen. Für den Fall sind Investitionen im höheren dreistelligen Millionenbereich vorgesehen, rund 500 Arbeitsplätze sollen entstehen.

"Die Genehmigung spiegelt eine rückwärtsgewandte, unzeitgemäße Industriepolitik wieder", bemängelte Dirk Fietz von der an der Klage beteiligten Bürgerinitiative GiesenSchacht. "Die Diskussionen im Rahmen der Genehmigungsprozesse haben gezeigt, dass in Giesen ein Kalibergbau unter Vermeidung neuer und alter Halden und einer Reduzierung von Immissionen unter wirtschaftlich zumutbaren Bedingungen möglich wäre." Auch neue Arbeitsplätze könnten unter Anwendung moderner Umweltstandards geschaffen werden.