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Bau - Schwerin

Niedriger Wasserstand kann Prachtbauten gefährlich werden

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Schwerin (dpa/mv) - Nach dem trockenen Sommer 2018 haben sich die Pegelstände in vielen Seen noch nicht vollends wieder erholt, auch wenn die Lage nach den Winterniederschlägen nicht mehr so dramatisch wie im Herbst erscheint. Gefahr kann bei niedrigem Wasserstand nicht nur Landwirtschaft und Schifffahrt drohen, sondern auch an ganz anderer Stelle: Zahlreiche Schweriner Prachtbauten sind auf das Wasser angewiesen, denn sie sind wegen des sumpfigen Bodens nah am Ufer des Schweriner Sees auf Holzpfähle gegründet - darunter das Schweriner Schloss, das Bildungs- und Sozialministerium und das Staatstheater, erklärt der Sprecher des Finanzministeriums, Stefan Bruhn.

Wenn die Pfähle und Schwellen länger trocken liegen, können sie durch die Luftzufuhr beginnen zu faulen und die Tragfähigkeit der Konstruktionen verringern, sagt Bruhn, der für die Öffentlichkeitsarbeit des Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL) zuständig ist. BBL betreut als Landesbaubetrieb die landeseigenen Bauwerke.

Derzeit liegt der Wasserstand des Schweriner Sees etwa 20 Zentimeter unterhalb des so genannten Stauziels, dem Wasserstand, den der See zum Beginn des Sommers führen sollte. Dass sich daran bis zum Stichtag am 1. Mai noch groß etwas ändere, sei nicht zu erwarten, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, das für den Pegel am Schweriner See zuständig ist.

Doch wichtiger als der Wasserstand des Sees ist ohnehin der Grundwasserpegel, der aber durch den Seewasserstand beeinflusst wird, sagt Bruhn. Ein bis zweimal im Jahr werde der Grundwasserstand überprüft. "Der Grundwasserspiegel auf der Schlossinsel lag niemals tiefer als der Seewasserspiegel", sagt Bruhn. "Und derzeit liegt selbst der Pegel des Schweriner Sees noch 50 Zentimeter über der höchstgelegenen Holzkonstruktion." Akute Gefahr bestehe also keine.

Erst wenn der Grundwasserstand nur noch zehn Zentimeter über den Holzteilen liege, werde Alarm ausgelöst. Dann könnte etwa versucht werden, den Schweriner See aufzustauen. Allerdings sei selbst im letzten Sommer mit seinen wenigen Niederschlägen bei den regelmäßigen Überprüfungen nichts Besorgniserregendes entdeckt worden.