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Banken - Wiesbaden

Tarifverhandlungen für Banken stocken

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Wiesbaden/Berlin (dpa/bb) - Verhärtete Fronten: Die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für 200 000 Beschäftigte bei privaten und öffentlichen Banken in Deutschland sind ins Stocken geraten. Die Arbeitgeber erklärten am Dienstag, die Verhandlungen seien "ergebnislos abgebrochen" worden - 13 Stunden nach Beginn der vierten Verhandlungsrunde in Wiesbaden. Ein weiterer Termin für die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi wurde nach Angaben beider Seiten bislang nicht vereinbart.

Verdi drohte mit neuen Warnstreiks. "Wir sprechen von einer Eskalation des Tarifkonflikts", warnte Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Banken bei Verdi. Im April und Mai waren auch in Berlin und Brandenburg Bankangestellte in den Warnstreik getreten. Verdi hatte in beiden Ländern rund 8000 Beschäftigte aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

"Wir haben uns beim Gehalt deutlich bewegt und Verdi die Hand gereicht für eine umfassende Modernisierung unserer Tarifverträge", erklärte Deutsche-Bank-Personalchef Karl von Rohr als Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber. Verdi lege eine Blockadehaltung an den Tag.

Verdi ist mit der Forderung von sechs Prozent Lohnplus in die Gespräche gegangen. Zudem will die Gewerkschaft sechs bezahlte "Gesundheits- und Entlastungstage" pro Jahr sowie einen verbindlichen Anspruch auf Weiterbildung durchsetzen. Die Gewerkschaft strebt einen Tarifvertrag mit zwölf Monaten Laufzeit an.

Die Arbeitgeber hatten den Forderungskatalog schon frühzeitig als wenig realistisch zurückgewiesen. Die Branche habe wegen niedriger Zinsen und teurer Regulierung wenig Spielraum. Zudem müssten Investitionen in die Digitalisierung gestemmt werden.

In der vierten Runde boten die Arbeitgeber nach eigenen Angaben für einen 36 Monate laufenden Tarifvertrag Gehaltssteigerungen in drei Stufen um insgesamt 4,1 Prozent an.