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Auto - München

München will mehr Bundesmittel für den Nahverkehr

Direkt aus dem dpa-Newskanal

München (dpa) - Die Überlegungen der Bundesregierung für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) stoßen in München auf Skepsis. "Die Botschaft hör ich gern, allein mir fehlt der Glaube", erklärte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Mittwoch.

"Trotzdem biete ich München natürlich sehr gern als Modellstadt für einen vom Bund finanzierten und damit für die Bürger kostenlosen öffentlichen Nahverkehr an." Zugleich hoffe er, dass neben dem Betrieb auch der Ausbau der Infrastruktur in Zukunft deutlich höher vom Bund bezuschusst werde.

Auch der zweite Bürgermeister Münchens, Josef Schmid (CSU), möchte den Bund stärker in die Pflicht nehmen. Aus Schmids Sicht würde ein Gratis-ÖPNV die Verkehrsprobleme der Stadt nicht lösen. München habe vor allem ein Kapazitätsproblem, sagte Schmid (CSU) der Deutschen Presse-Agentur dpa. Daher würde es nicht helfen, wenn noch mehr Fahrgäste auf die schon jetzt während der Stoßzeiten teils überfüllten U-Bahnen umsteigen.

Hinzu kämen Störungen und Zugausfälle auf der bestehenden S-Bahn-Stammstrecke. "Deshalb bräuchten wir was ganz anderes ganz dringend in München und in den Ballungsräumen, nämlich ein Sonderprogramm des Bundes zur Finanzierung des Ausbaus des Öffentlichen Personennahverkehrs."

2016 habe die Münchner Verkehrsgesellschaft rund 711 Millionen Fahrgäste befördert, die Fahrkarten-Einnahmen lagen bei 872 Millionen Euro. Zudem würden allein für den Neu- und Ausbau von vier U-Bahnlinien sowie für zwei Trambahn-Tangenten voraussichtlich Investitionen von mehr als 5,5 Milliarden Euro benötigt, sagte Schmid.

Sinnvoll wäre aus seiner Sicht deshalb ein ÖPNV-Sonderprogramm von 20 Milliarden Euro für ganz Deutschland, aus dem drei bis vier Milliarden Euro auf München entfallen könnten. Die von der GroKo vorgesehene Aufstockung der Bundesmittel für den ÖPNV von 350 Millionen auf eine Milliarde Euro pro Jahr sei hingegen "unzureichend".