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Bayerisches Kfz-Gewerbe fordert Klarheit in der Dieselkrise

Direkt aus dem dpa-Newskanal

München (dpa/lby) - Angesichts der Dieselkrise fordert das bayerische Kfz-Gewerbe von der Politik Planungssicherheit für die heimischen Betriebe. Auch gut ein Jahr nach dem Dieselgipfel der Bundesregierung mit Autoherstellern blieben konkrete Fragen zur Lösung unbeantwortet, kritisierte Verbandspräsident Albert Vetterl am Dienstag in München. So drücke die Debatte um Fahrverbote die Preise für Diesel und verunsichere Kunden, ferner fehle ein Rechtsrahmen für Hardware-Nachrüstungen. Das treffe das Kfz-Handwerk und Händler.

"Viele mittelständische Betriebe sehen mit Sorge in die Zukunft und Dieselbesitzer hängen schlichtweg in der Luft", monierte Vetterl. Weder für Kunden noch für Kfz-Betriebe sei es nachvollziehbar, warum es keine rechtssichere Regelung für die Nachrüstung von Katalysatoren gebe, um Diesel umweltfreundlicher zu machen. Manche Autofahrer wollten ihre Fahrzeuge schon freiwillig umrüsten, berichtete er.

Diesel ließen sich weiter nur mit Preisabschlag verkaufen, was auch Händler belaste. Sie müssten im Schnitt rund drei Monate warten, bis sie einen Diesel an Kunden losschlagen könnten. "Jeder Tag, an dem ein Dieselfahrzeug unverkauft im Autohaus steht, kostet den Händler rund 28 Euro", klagte Vetterl. Handwerksfirmen wiederum müssten wegen der Dieselkrise Investitionen aufschieben, klagte der Verband, der rund 7000 Innungsbetriebe mit 135 000 Mitarbeitern vertritt.

Auf dem Dieselgipfel im August 2017 hatte die Bundesregierung Updates für Motor-Software beschlossen, um den Schadstoffausstoß zu senken. Mit Umstiegsprämien sollen Dieselhalter motiviert werden, neuere Fahrzeuge oder E-Autos zu kaufen. Hardware-Nachrüstungen bleiben aber im Kabinett umstritten. Während Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will, dass die Autoindustrie die nötigen Milliardenkosten zahlt, lehnt Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Nachrüstungen ab.