bedeckt München 21°

Auto - Hanau

Gewerkschaft kritisiert Goodyear Dunlop

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Fulda/Hanau (dpa/lhe) - Die Gewerkschaft IG BCE kritisiert den geplanten Abbau von 1100 Stellen bei Goodyear Dunlop in Hessen. Der Kahlschlag sei auf eine "Verkettung von Managementfehlern" bei dem Reifenhersteller zurückzuführen, sagte Osman Ulusoy, stellvertretender Landesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, am Mittwoch. Die Manager in den USA und fürs Europageschäft in Brüssel hätten falsche Entscheidungen getroffen mit Blick auf den Automarkt.

Goodyear Dunlop hatte am Dienstag angekündigt, 1100 Stellen zu streichen, 610 von derzeit 1400 in Hanau und 490 von 1520 in Fulda. Der Abbau soll im kommenden Jahr beginnen und im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein. "Wir sind schockiert und werden in Verhandlungen um jede Stelle kämpfen", sagte Ulusoy. Auch Politiker zeigten sich betroffen. Der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU) sprach von einer "erschütternden Nachricht". Das Unternehmen sei ein "bedeutender Arbeitgeber und wichtiger Motor unseres Wirtschaftsraums".

Goodyear Dunlop kündigte zugleich Investitionen von 106 Millionen Euro in beiden Werke an. 73 Millionen Euro fließen laut Unternehmen nach Hanau und 33 Millionen Euro nach Fulda. Damit sollen die Leistungsfähigkeit und Produktivität steigen. Das Ziel: automatisierte Produktion von Pkw-Premiumreifen ab Zollgröße 17.

Andere Standorte sind vorerst von Stellenabbau nicht betroffen, wie eine Unternehmenssprecherin in Hanau sagte. Goodyear Dunlop ist nach eigenen Angaben einer der größten Reifenhersteller Deutschlands und beschäftigt 6400 Mitarbeiter. Weltweit sind es 64 000. Die fünf Produktionsorte in Deutschland liegen in Hanau, Fulda, Wittlich (Rheinland-Pfalz), Riesa (Sachsen) und Fürstenwalde (Brandenburg).