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Atomkraft - Mainz

Über 20 Transporte von Uranerz durch Rheinland-Pfalz

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Mainz (dpa/lrs) - Im vergangenen Jahr sind 23 Transporte mit Uranerz durch Rheinland-Pfalz gerollt. Rund 20 solcher Transporte mit dem Zug seien es im Jahr davor gewesen, teilte das Umweltministerium in Mainz auf Anfrage mit.

Die klassische Transportroute starte im Hamburger Hafen. Innerhalb von Rheinland-Pfalz gelange das Erz über Koblenz nach Trier und rolle dann schließlich bis zum Grenzübergang beim saarländischen Perl. Von dort aus werde es nach Frankreich zur Anreicherung gebracht, erklärte das Ministerium. Das angereicherte Uran wird für die Energiegewinnung in Atomkraftwerken gebraucht.

Die Naturschutzorganisation Robin Wood kritisiert die Transporte als gefährlich. "Weil diese Transporte manchmal länger an einem Ort stehen. Dadurch können Menschen verstrahlt werden", sagte die Robin Wood-Aktivistin Cécile Lecomte. Zudem würden immer wieder zusammen mit dem Erz noch andere Gefahrengüter in den Zügen transportiert, was eine zusätzliche Gefahr bei einem möglichen Unfall bedeute.

Dem Bundesumweltministerium zufolge bestehen die Transportbehälter für Uranerz oft aus Stahl, der einen Teil der Strahlung zurückhält. "Da die Versandstücke jedoch wiederum in Containern verladen werden, schirmt die Kombination den überwiegenden Teil der Strahlung ab." Bei Kontrollen würden regelmäßig Strahlungswerte weit unterhalb der für den Gefahrguttransport zulässigen Grenzen gemessen. Die Verpackung des Urans schütze auch bei einem möglichen Unfall vor der Strahlung. "Eine Entgleisung, wie sie zum Beispiel im Rangierbetrieb auftreten kann, überstehen die Versandstücke."