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Dürre ist Problem für Bauern: Feuerwehr fordert Hubschrauber

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Cottbus (dpa/bb) - Die Landwirte in Brandenburg machen sich angesichts der anhaltenden Trockenheit Sorgen um die diesjährige Ernte. "Wir haben seit vier Wochen keinen Regen, bei uns sieht es wie in einer Wüste aus", sagte ein Sprecher der Agrarfarm Gmbh in Hammer-Liebenthal am Mittwoch der Deutschen Presseagentur. Unterdessen fordert der Landesfeuerwehrverband angesichts drohender Waldbrände, dass es einfacher werden sollte, Löschhubschrauber einzusetzen.

Bei den Bränden im vergangenen Jahr habe man Hilfe von der Bundeswehr und dem Bundesgrenzschutz bekommen, sagte der Verbandspräsident Werner-Siegwart Schippel. "Es gibt aber noch zu viele Verwaltungswege, wir wollen einfachere Verfahren für schnelle Hilfe mit Löschhubschraubern." Die Brandenburger Feuerwehren haben keine eigenen Hubschrauber. In der Lausitz gibt es laut Schippel Bemühungen, Löschflugzeuge zu bekommen. Die Wasserflächen dafür seien durch die Bergbauseen vorhanden. Für diese Überlegungen gebe es aber noch keine abschließende Meinung des Deutschen Feuerwehrverbandes.

"Wir hoffen sehnlichst auf Regen, der entscheidende Monat ist für uns der Mai", meinte der Sprecher des Landesbauernverbandes, Tino Erstling. Wenn es weiter so trocken bleibe, werde das Getreide kaum Ähren ausbilden. Zudem sei der Boden noch vom vergangenen Jahr ausgetrocknet. Durch einen Winter mit mangelndem Schnee habe der Boden kaum Feuchtigkeit speichern können.

Das vergangene Erntejahr sei für viele Landwirte existenzbedrohend gewesen, sagte Erstling. Nicht wenige hätten Dürrehilfe beantragen müssen und sie auch erhalten. Allerdings hätten viele Bauern das schlechte Jahr 2018 noch nicht verdaut. Nach Angaben des Landesbauernverbandes betrugen die Ernteverluste im vergangenen Jahr zwischen 30 und 80 Prozent, je nach Kultur und Standort.

Rund 780 Landwirtschaftsbetriebe in Brandenburg hatten bis Ende Dezember einen Antrag auf Dürrehilfe gestellt und Schäden in Höhe von rund 93 Millionen Euro gemeldet. 72 Millionen Euro stellten Bund und Land insgesamt bereit.

Auch den Obstbauern fehlt der Regen. Etwa 90 Prozent der Obstanlagen in Brandenburg seien zwar zu bewässern, die Kosten dafür kletterten aber in die Höhe, sagte der Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, Andreas Jende am Mittwoch.

Vor allem die etwa 50 Brandenburger Apfelbetriebe mit insgesamt 900 Hektar Anbaufläche brauchen Regen. Hohe Sonneneinstrahlung und Trockenheit könnten zu Brandschäden an den Äpfeln führen, erklärte Jende. Geschmacklich gebe es zwar keine Abstriche, die Früchte würden aber so nicht vom Einzelhandel abgenommen. "Das Schönste wäre, wenn wir ein normales Erntejahr haben, ohne Ausschläge nach oben oder unten."

Die Spargelbauern sind dagegen momentan zufrieden mit dem Wetter. Bei Temperaturen um die 20 Grad habe der Spargel optimale Wachstumsbedingungen, sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Vereins Beelitzer Spargel. Ganz ohne Regen gehe es allerdings auch nicht. Wenn der Spargel zu wenig Feuchtigkeit bekomme, werde er zu dünn und lasse sich schlechter verkaufen, sagte Jakobs. In Beelitz wächst Spargel auf 1700 Hektar. Etwa 4000 Hektar Spargelfelder gibt es in Brandenburg.