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Bauernverband für praxistaugliche Lösungen zu Wolf-Umgang

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Potsdam (dpa/bb) - Nach dem im Bundeskabinett ausgehandelten Kompromiss zum Umgang mit dem Wolf hat der Landesbauernverband (LBV) in Brandenburg "praxistaugliche Lösungen" gefordert. Man setze dabei auf die erprobten Fähigkeiten der Jäger beim Wildtiermanagement, erklärte LBV-Präsident Henrik Wendorff am Donnerstag in einer Mitteilung. Das Bundeskabinett hatte zuvor am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) gebilligt, der den Abschuss von Wölfen vereinfachen soll. So sollen Wölfe geschossen werden dürfen, wenn sie Weidetiere gerissen haben, auch wenn nicht genau klar ist, welcher Wolf aus einem Rudel zugebissen hat.

"In Gebieten mit ausgeprägter Weidetierhaltung sollte sich der Wolf gar nicht erst ansiedeln dürfen", ergänzte der Wolfsbeauftragte des Landesbauernverbandes, Jens Schreinicke.

Ähnlich äußerte sich am Mittwoch der Landesjagdverband. "Der strenge Schutzstatus des Wolfes muss aufgehoben werden", hatte Geschäftsführer Matthias Schannwell erklärt. Er schlug vor, Schutzjagden wie in Skandinavien zu nutzen. In den nördlichen Ländern legten die Behörden eine Abschussquote fest, wenn sich Schäden häuften.

Das Landwirtschaftsministerium lehnt die Regulierung durch Schutzjagden ab. "Wir reden über ein geschützte Art nach internationalem Recht", hatte ein Sprecher am Mittwoch in Potsdam gesagt. In dem jetzigen Entwurf für ein bundesweites Gesetz zum Umgang mit dem Wolf fänden sich Teile der Brandenburger Wolfsverordnung wieder.