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Bayer-Chef: "Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee"

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Frankfurt/Main (dpa) - Bayer-Chef Werner Baumann hält die milliardenschwere Übernahme des umstrittenen US-Saatgutriesen Monsanto nach wie vor für richtig, auch wenn Klagen in Amerika den Konzern belasten. "Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee", sagte Baumann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Kürzlich hatte Bayer im US-Großprozess um angebliche Krebsrisiken von Monsantos Unkrautvernichter Roundup den vorentscheidenden ersten Teil klar verloren. Die Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco befand einstimmig, dass das Produkt mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung eines Klägers gewesen sei.

An der Börse sorgte die Furcht vor weiteren Milliardenlasten für einen Absturz des Aktienkurse. Damit wurden weitere Milliarden Euro an Börsenwert des Pharma- und Agrarchemiekonzerns vernichtet. Der Höchstkurs von gut 140 Euro datiert aus dem Jahr 2015, seither geht es bergab, auf zuletzt etwa 60 Euro. Die Zweifel an der von Beginn an umstrittenen Fusion wachsen, die Kritik an Baumann nimmt zu.

Die Abschläge an der Börse seien stark übertrieben, sagte Baumann der "FAS": "Wenn es darum geht, Unsicherheiten zu bewerten, neigt die Börse zu Übertreibungen." Die gute Verfassung des Unternehmens, die hervorragenden Wachstumsperspektiven, die Ertragskraft - all das sehe er "nur sehr unvollständig im derzeitigen Börsenwert gespiegelt", sagte der Bayer-Chef weiter. Gedanken an einen Rücktritt wies er weit von sich. "Der Vorstand hat die volle Rückendeckung des Aufsichtsrats", sagte der Manager, der im April mit einer turbulenten Hauptversammlung rechnen muss.