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Agrar - Friedrichsdorf

Erhöhte Insolvenzgefahr bei Landwirten nach Dürre

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Friedrichsdorf (dpa/lhe) - Nach der extremen Trockenheit und den Ernteausfällen für die Landwirte befürchtet der Hessische Bauernverband mehr Insolvenzen von Betrieben. "Die Finanzlage ist bei einigen Landwirten angespannt. Sie haben laufende Kosten, aber viel geringere Einnahmen. Eine Reihe von Betrieben könnte deswegen noch ins Schleudern geraten", sagt Sprecher Bernd Weber am Donnerstag.

Der Dienstleister Crif Bürgel, spezialisiert auf Auskünfte zur Zahlungsfähigkeit von Firmen und Privatpersonen, berichtete am Donnerstag in Hamburg, dass sich die Folgen des heißen Sommers negativ auf die Finanzkraft der Landwirtschaft ausgewirkt hätten. Nach einer Analyse im Zeitraum von August bis November ist die Zahl der insolvenzgefährdeten Unternehmen um rund elf Prozent angestiegen. Mehr als 5000 Betriebe in Deutschland gelten den Angaben zufolge als finanzschwach mit erhöhtem Risiko. Im nächsten Jahr sei deswegen mit vermehrten Insolvenzen zu rechnen.

Der Bauernverband nannte die Beobachtungen der Wirtschaftsauskunftei "plausibel". Er appellierte an die Politik, die für die Landwirte zugesagten Finanzhilfen zügiger freizugeben. "Das Geld muss schneller fließen. Das Verfahren ist viel zu bürokratisch", kritisierte Weber.

Für Hessens Bauern war es nach Verbandsangaben die zweitschlechteste Getreideernte der vergangenen zehn Jahre. Mit einer Gesamtmenge von knapp 1,8 Millionen Tonnen habe die Ernte um 14,4 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gelegen. Noch schlechter sei sie nur 2012 ausgefallen. Bei fast allen landwirtschaftlichen Kulturen mussten die Bauern deutliche Ertragseinbußen hinnehmen.