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Agrar - Berlin

Klöckner: Staatliches Tierwohl-Logo über Gesetzesstandard

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Berlin (dpa) - Bundesagrarministerin Julia Klöckner beharrt beim geplanten staatlichen Tierwohl-Label für Fleisch im Supermarkt auf Standards, die höher sind als die gesetzlichen Vorgaben. Damit reagiert sie auf eine angekündigte Haltungskennzeichnung des Handels, die den Worten der Ministerin zufolge in der ersten Stufe lediglich den Ist-Zustand wiedergibt. "Das kann man machen. Aber ich weiß nicht, warum man das belobigen sollte", sagte die CDU-Politikerin vor Beginn der Agrarmesse Grüne Woche am Donnerstag in Berlin. "Wenn ich an der roten Ampel halte, kriege ich ja auch kein Plakettchen dafür."

Zur Ehrlichkeit gehöre, dass bei Kosten für mehr Tierwohl auch die Verbraucher gefordert seien, sagte Klöckner mit Blick auf die Preise. Bauernpräsident Joachim Rukwied betonte, entscheidend sei, dass zusätzliche Zahlungen bei Bauern ankämen, die für mehr Tierwohl in den Ställen investierten. Die Branche sei zum Mitwirken bereit. Es dürfe aber nicht in die Richtung laufen, dass das Label wegen höherer Einstiegsstandards "in die Nische wandert". Nötig seien daher auch Übergangsfristen etwa bei Vorgaben für die Sauenhaltung.

Die Supermarktketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe wollen ab 1. April einheitliche Packungsaufdrucke mit der Aufschrift "Haltungsform" für Rinder- und Schweinefleisch sowie Geflügel in die Läden bringen. Das vierstufige System beginnt mit dem gesetzlichen Standard. Das von Klöckner geplante staatliche Tierwohl-Kennzeichen sieht drei Stufen vor und soll voraussichtlich ab 2020 starten. Die genauen Kriterien werden noch erarbeitet.