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Olympia

Überraschungs-Gold durch B-Team Jamanka/Buckwitz

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Pyeongchang (dpa) - Noch bei der Siegerehrung im Olympic Sliding Centre von Pyeongchang blickten Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz ungläubig und hatten ihr Gold-Glück nicht begriffen.

Wenige Minuten zuvor waren die Zweierbob-Pilotin und ihre Anschieberin am Mittwoch völlig überraschend zum Olympiasieg gerast. Das Duo aus Oberhof und Potsdam hatte nach der Zieldurchfahrt für einen Augenblick fast regungslos im Schlitten gesessen, ehe sie in einer Jubeltraube aus Trainern und Betreuern untergingen.

"Das war ein Moment der Fassungslosigkeit. Wir haben nicht sofort verstanden, was geschehen war", beschrieb die 27-jährige Jamanka die Sekunden. "Dann habe ich geschrien, die haben geschrien, Lisa hat geschrien. Das war einfach unglaublich."

Als B-Team waren Jamanka und Buckwitz gestartet und rasten zu Gold. Nach vier Läufen lagen sie acht Hundertstelsekunden vor Weltmeisterin Elana Meyers Taylor mit Lauren Gibbs aus den USA. Dritte wurde die zweimalige Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada mit Phylicia George.

Jamanka ist die erste deutsche Olympiasiegerin im Zweierbob seit dem Erfolg von Sandra Kiriasis 2006 in Turin. In Vancouver und Sotschi waren die deutschen Frauen leer ausgegangen. Zugleich war es das zweite Gold für die Deutschen in Südkorea nach dem Sieg von Francesco Friedrich im kleinen Schlitten zwei Tage zuvor. "Wir sind schon jetzt über dem Soll", meinte Verbands-Vorstandschef Thomas Schwab.

Etwas abseits des Jubels standen die tief enttäuschten Stephanie Schneider und Annika Drazek. Sie waren als eigentliches deutsches Nummer-eins-Paar nach Pyeongchang gefahren und wurden Vierte. Am Ende fehlten acht Hundertstelsekunden auf Bronze - durch einen schlechten dritten Lauf. "Dass das Scheiße war, muss ich nicht sagen", meinte Drazek mit tränenerstickter Stimme.

Die Oberbärenburgerin Schneider und ihre Partnerin waren schon am Dienstag zu den ersten beiden Läufen verletzt an den Start gegangen. Schneider hatte mit muskulären Problemen am Rücken zu kämpfen und konnte nach dem vierten Lauf nicht mehr gehen, Drazek war vor einer Woche im Training bei einem Hürdensprung umgeknickt. Ihre Vorteile als beste Starterinnen im Feld konnten sie nicht nutzen.

"Was Steffi und Annika hier geleistet haben, kann sich kein Außenstehender vorstellen. Mental war das genauso stark wie der Olympiasieg von Mariama, nur mit dem bitterem Ausgang mit Platz vier", sagte Cheftrainer René Spies. Die Winterbergerin Anna Köhler wurde mit Erline Nolte 14. und blieb im Rahmen der Erwartungen.

Das Sieger-Paar Jamanka/Buckwitz war erst kurz vor den Winterspielen auf Geheiß von Spies zusammengekommen. "Von Anfang an hat es gepasst", sagte Jamanka. Spies hatte Annika Drazek aus dem Jamanka-Bob in den Schlitten von Stephanie Schneider beordert, um so die aus seiner Sicht beste Pilotin mit der besten Anschieberin fahren zu lassen und die Aussichten auf eine Medaille zu verbessern. Buckwitz, die bis dahin hinter Schneider saß, kam zu Jamanka.

Auch wenn Schneider und Drazek das erhoffte Ergebnis nicht lieferten, der Erfolg der deutschen Frauen ist dank Jamanka und Buckwitz beeindruckend. Nach dem schwachen Abschneiden in Sotschi und den Rücktritten der Weltmeisterinnen Sandra Kiriasis, Cathleen Martini und Anja Schneiderheinze leitete Cheftrainer Spies einen Neuaufbau ein. Der Lohn folgte nun in Pyeongchang - mit Jamanka an der Spitze. "Das Trainerteam hat alles getan für den Erfolg. Am Ende müssen es die Mädchen machen", erklärte Spies.

Und Jamanka machte es in Pyeongchang am besten. Die ehemalige Hammerwerferin war erst 2013 zum Bobsport gekommen. Die gebürtige Berlinerin, Tochter eines Gambiers und einer Deutschen, reist im Winter aus der Metropole in die thüringische Provinz nach Oberhof. "Das Schöne ist, dass Lisa auch aus Berlin kommt", meinte Jamanka und spielte darauf an, dass ihre Anschieberin aus Schöneiche bei Berlin kommt. "Das heißt, wir sind ein rein Berliner Bob. Ich glaube, das hat es so auch noch nicht gegeben - weder in der Besetzung, noch mit dem Erfolg."