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Leichtathletik - Leipzig

Klosterhalfen siegt mit Rekord: Storls siebter Streich

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Leipzig (dpa) - Deutschlands große Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen stürmte in deutscher Rekordzeit zum Hallentitel, auch Kugelstoßerin Christina Schwanitz glänzte mit einer Weltbestleistung. Kevin Kranz kratzte am deutschen Sprint-Rekord. Sechs Tage nach ihrer Meilen-Bestleistung in New York begeisterte Klosterhalfen am Samstag auch die 3500 Zuschauer in der Leipziger Arena. Die 21-jährige Leverkusenerin kam aus den USA, sah und siegte: Zum Abschluss des ersten Wettkampftags gewann sie die 3000 Meter in der Rekordzeit von 8:32,47 Minuten. "Das fühlt sich gut an. Ich finde Rekorde immer cool", sagte die Siegerin, die zugleich eine Weltjahresbestzeit aufstellte.

Klosterhalfen trainiert seit Herbst beim umstrittenen Oregon-Projekt des Sportartikelherstellers Nike in den USA. Der bekannteste Coach in Portland ist Alberto Salazar. Nach Vorwürfen seiner ehemaligen Läuferin Kara Goucher steht der Trainer unter Verdacht, die Athletin zur Einnahme verbotener Mittel genötigt zu haben.

Eine Woche nach ihrem deutschen Rekord von 14,59 Metern überzeugte Dreispringerin Kristin Gierisch auch in Leipzig: Mit 14,38 holte sich die Favoritin ihren vierten Hallentitel ab - und fährt mit Medaillenchancen zur Hallen-Europameisterschaft vom 1. bis 3. März in Glasgow. "Bei der EM bin ich Titelverteidigerin. Ich bin zudem Erste der europäischen Bestenliste. Das sagt doch alles über meine Ziele", erzählte die 28-Jährige aus Chemnitz, die sich mit einer Portion Himbeeren belohnte.

Schwanitz bedankte sich zuerst einmal bei den Fans in der Arena. "Das Publikum war mega-geil!", sagte die 33-Jährige vom LV 90 Erzgebirge, die gehandicapt angereist war. "Es war ein schöner Wettkampf, aber es war auch ein sehr, sehr schwerer Wettkampf. Vom Kopf her sehr schwer. Denn als ich heute morgen aufgestanden bin, da dachte ich, ich hab' mir den größten Männerschnupfen von meinem Mann eingefangen", erzählte sie.

Kollege David Storl war schon vor dem Wettkampf in Meisterform. Sein Aufwärmprogramm: Autogramme schreiben. Die Schlange der geduldigen Fans vor dem Stand in der Arena war bis zu 50 Meter lang - die Konkurrenz im Kugelstoßring drei Stunden später dagegen überschaubar. Storl gewann seinen siebten Hallentitel. Mit der persönlichen Saisonbestleistung von 21,32 lag der Lokalmatador vom SC DHfK Leipzig fast zwei Meter vor dem Sindelfinger Tobias Dahm. "Das Ergebnis ist recht zufriedenstellend", meinte Ex-Weltmeister Storl - und ging zur nächsten Autogrammstunde.

Kevin Kranz und Lisa Marie Kwayie sind erstmals deutsche Hallenmeister über 60 Meter. Der 20-Jährige aus Wetzlar gewann in 6,59 Sekunden; im Vorlauf hatte er in 6,56 den deutschen Rekord von Julian Reus nur um 4/100 Sekunden verpasst. Bei den Frauen eroberte Kwayie in Abwesenheit der EM-Zweiten Gina Lückenkemper und Titelverteidigerin Tatjana Pinto den Titel in 7,19 Sekunden.