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Trotz Fehlstart: Schalke verordnet sich CL-Vorfreude

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Gelsenkirchen (dpa) - Der Bundesliga-Fehlstart lastet schwer auf dem FC Schalke 04, doch der Vizemeister will sich die Rückkehr auf die große internationale Fußball-Bühne nach vier Jahren nicht vermiesen lassen.

"Wir haben hart für diese Spiele gearbeitet. Wir lassen uns die Freude auf die Champions League nicht nehmen", betonte Trainer Domenico Tedesco vor dem Auftaktmatch gegen den FC Porto. Auch die drei Bundesliga-Niederlagen können die Vorfreude nicht trüben. "Da ist null Komma null Negativität. Im Gegenteil. Das ist ein neuer Wettbewerb. Wir haben Respekt vor der Aufgabe. Wichtig ist, dass wir sie annehmen, sagte Tedesco.

Das Ansinnen ist verständlich, schließlich ist das Heimspiel gegen den portugiesischen Meister für den 33 Jahre alten Trainer und einen Großteil der Mannschaft das Debüt in der Königsklasse. "Ich freue mich tierisch und versuche es so gut wie möglich zu genießen", sagte der Coach.

Auch Christian Heidel hat die Champions League bislang nur am Fernseher erlebt. Nicht zuletzt deshalb fiebert er dem Startschuss entgegen. "Ich freue mich, wenn ich die Hymne im Stadion höre und nicht wie bisher zu Hause auf dem Sofa sitze. Die Champions League ist etwas Besonderes, das sollen die Jungs genießen, weil sie es sich durch eine überragende Saison verdient haben", sagte der Sportvorstand.

Gleichwohl sei das erste Match in der Gruppe D (mit Galatasaray Istanbul und Lokomotive Moskau) gegen den wohl stärksten Gruppengegner "alles andere als ein Zuckerschlecken", merkte Heidel an. Nun gilt es den Liga-Fehlstart mit drei Pleiten in Wolfsburg (1:2), gegen Hertha (0:2) und in Mönchengladbach (1:2) auszublenden, die schwachen Eindrücke zu korrigieren und sich das ersehnte Erfolgserlebnis für die englischen Wochen zu verschaffen.

Tedesco liebt nach eigenem Bekunden solche Herausforderungen, findet es "geil" und "spannend, an den richtigen Stellschrauben zu drehen". Der Coach ist sich sicher, dass der Stresstest bestanden wird. "Meine Mannschaft ist hundertprozentig in der Lage, sich jetzt auf die Champions League umzustellen."

Wenn ein Sieg gegen das erfahrene Team von Trainer Sergio Conceicao, der mit Porto als Spieler 2004 im Finale in Gelsenkirchen den Champions-League-Titel gewann, gelingen soll, muss sich der Revierclub in allen Bereichen steigern. "Wir hatten einen Fehlstart, da kann man nichts schönreden. Aber wir geraten nicht in Panik", versicherte Heidel, der Trainer und Team den Umschwung zutraut.

"Domenico macht seinen Job genauso gut wie in der vergangenen Saison, als wir Vizemeister geworden sind. Ich bin fest überzeugt, dass wir schon bald positive Ergebnisse erzielen werden", sagt der Manager. Nun müssten alle noch enger zusammenrücken: "Die Stärke unseres Vereins zeigt sich, wenn es einmal nicht so gut läuft."

Für Torhüter Ralf Fährmann ist es eine gute Chance, sich aus dem Schlamassel zu befreien. "Jetzt gilt: Brust raus! Ackern, ackern, ackern!", forderte der Kapitän. "Wir müssen für uns selbst ein gutes Spiel machen, um dann mit etwas Selbstvertrauen gegen die Bayern zu bestehen", sagte Fährmann mit Blick auf das nächste Highlight gegen die Münchner am Samstag. "Wir wollen die positiven Gefühle mitnehmen, damit wir zu alter Stärke zurückfinden."

Porto ist mit drei Siegen und einer Niederlage in die Primeira Liga gestartet, dort aktuell Tabellen-Vierter, kam am Wochenende zuvor im Ligapokal aber nicht über ein 1:1 gegen GD Chaves hinaus. Tedesco hat den Gegner akribisch studiert und weiß, was auf sein Team zukommt: "Porto ist eine Top-Mannschaft, robust und mit viel Mentalität."