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Fußball

FC Bayern fertigt überfordertes Hannover ab

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover (dpa) - Ein Spaziergang zum dritten Sieg in Serie - so einfach wie beim 4:0 (2:0) bei Hannover 96 wurde es dem FC Bayern München in dieser Saison selten gemacht.

"So viel Spielfreude, so viel Spielwitz - das war gut", frohlockte der noch vor wenigen Wochen schwer angeschlagene Bayern-Trainer Niko Kovac und sah "die wohl beste Leistung in dieser Saison". Joshua Kimmich (2. Minute), David Alaba (29.), Serge Gnabry (53.) und Robert Lewandowski (62.) schossen den fast noch zu niedrig ausgefallenen Sieg heraus.

Durch die Fortführung der Mini-Serie schloss der Rekordmeister mit nun 30 Punkten auf Platz drei der Tabelle der Fußball-Bundesliga immerhin schon einmal zum Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach auf. Die Borussia ließ beim 0:0 in Hoffenheim zwei Punkte liegen. "So macht Fußball Spaß", jubelte auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic über das Zwischenhoch der Bayern.

Allerdings bekam der Titelverteidiger auch keine Gegenwehr. "Wir haben zu wenig gemacht. Wir waren heute chancenlos", räumte 96-Coach André Breitenreiter ein. Nach dem vierten sieglosen Spiel am Stück fiel Hannover auf den letzten Tabellenplatz ab. Zum Jahresabschluss geht es nun gegen direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. "Wir müssen einfach gucken, dass wir in Freiburg und gegen Düsseldorf noch so viele Punkte wie möglich holen", meinte Breitenreiter.

In der Verfassung vom Samstag wird das schwierig. Bereits nach gut 60 Sekunden erlitt 96 einen ersten herben Rückschlag. Nach der frühen Führung des wieder auf der rechten Verteidigerposition aufgebotenen Kimmich per Weitschuss war das Spiel fast schon entschieden. "Das verleiht einem Gegner wie den Bayern natürlich Flügel", meinte Breitenreiter und sah anschließend ein Spiel auf ein Tor - auf das seines Teams. Auch Breitenreiters Defensiv-Taktik zunächst mit einer Fünferkette in der Abwehr ging nicht auf.

Nach Alabas Traumtor nach einer halben Stunde aus rund 20 Metern in den rechten Winkel ging erst recht nichts mehr für die Gastgeber, die wie ein Gast-Team auftraten. "Wir waren immer auf dem Gaspedal. Das hat rundum Spaß gemacht", sagte Bayern-Stürmer Thomas Müller nach seinem 300. Bundesligaspiel. Scheinbar mühelos setzten die Bayern den ersten Teil der Kovac-Forderung um. Der Bayern-Coach hatte aus den letzten drei Spielen im Jahr 2018 drei Siege gefordert. Nach dem Spiel am Mittwoch gegen Leipzig geht es für den Rekordmeister noch zu Kovacs Ex-Club Eintracht Frankfurt.

Mit weiteren Siegen will der FCB den Druck auf Spitzenreiter Borussia Dortmund hoch halten und den Abstand möglichst verringern. In Hannover zeigte sich, dass die Bayern ihren Rhythmus inzwischen anscheinend gefunden haben. Drei Tage nach dem 3:3 gegen Ajax Amsterdam in der Champions League war von Müdigkeit nichts zu spüren.

Vor allem Kingsley Coman sorgte immer wieder für Gefahr. Der 22 Jahre alte Franzose kam im Vergleich zur Champions League für seinen Landsmann Franck Ribéry in die Startelf. Zudem bot Kovac erstmals seit dem 2:3 bei Borussia Dortmund am 10. November wieder Mats Hummels in der Innenverteidigung auf. Der 29-Jährige spielte für den angeschlagenen Jerome Boateng, wurde aber nicht ernsthaft gefordert.

Zwar gab 96-Coach André Breitenreiter seinen Defensivstil zur Pause auf und stellte auf eine Vierer-Abwehrkette um. Gefährlicher wurde Hannover dadurch aber nicht. Stattdessen setzten die Bayern ihr gefühltes Heimspiel fort und erspielten sich auch ohne den verletzten Arjen Robben gegen die überforderten Gastgeber eine Chance nach der anderen. Selbst noch deutlich mehr Tore als der vierte Saisontreffer Gnabrys und das zehnte Tor von Lewandowski wären möglich gewesen.