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Fußball - München

Louis van Gaal: Bayern München war härtester Job

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Berlin (dpa) - Für die niederländische Trainer-Legende Louis van Gaal war sein zweijähriges Engagement beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München der "härteste Job" seiner Karriere. "Der große Unterschied zu anderen Vereinen war, dass dort viele Ex-Spieler involviert waren. Alle wollten mitreden und das Geschehen beeinflussen", sagte der 67-Jährige in einem Interview mit dem am Donnerstag erscheinenden Magazin "11 Freunde".

Vor allem das Verhältnis zu Vereinsboss Uli Hoeneß war sehr schwierig. "Das Problem war einfach, dass zwei Persönlichkeiten wie Uli Hoeneß und Louis van Gaal nicht gemeinsam durch eine Tür passen", sagte van Gaal, der mit den Bayern 2010 das Double holte, ehe es 2011 zur vorzeitigen Trennung kam.

Van Gaal haftete aufgrund seiner strengen Arbeitsweise der Ruf eines Diktators an. "Möglich, dass ich in frühen Jahren auch eher der Kommandant war. Aber um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, müssen sie einer Philosophie folgen", meinte er. Deswegen reagiere er allergisch, wenn er nach Spielern wie Franck Ribéry oder Luca Toni gefragt werde. "Denn diese Spieler waren nicht bereit, sich meiner Philosophie anzuvertrauen", sagte van Gaal. Sie hätten geglaubt, durch ihren Status besondere Rechte zu haben, die ihnen aber aus Sicht van Gaals nicht zustanden. "Spieler wie Franck Rijkaard oder Luis Figo hatten auch diesen Status, aber das hat für sie nie eine Rolle gespielt."

Mit Ajax Amsterdam gewann van Gaal 1992 den UEFA-Cup sowie 1995 die Champions League und den Weltpokal. Erfolge feierte er auch mit dem FC Barcelona, AZ Alkmaar und Manchester United. Als Bondscoach führte van Gaal die Niederländer bei der WM 2014 auf Rang drei.