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Fußball - München

"Löwen"-Präsidium weist Ismaik-Kritik zurück: "Inakzeptabel"

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München (dpa/lby) - Es kracht mal wieder beim TSV 1860 München. Die scharfe Kritik von Investor Hasan Ismaik an Geschäftsführer Michael Scharold lässt das Vereinspräsidium nicht auf sich sitzen. Das Gremium verurteile die "öffentlichen Angriffe", heißt in einer Mitteilung am Montag. "Sie sind nicht nur in ihrer Form völlig inakzeptabel, sondern auch sachlich falsch. Die Bezichtigungen unseres Mitgesellschafters folgen leider einem aus der Vergangenheit bekannten Muster."

Scharold sei dem Präsidium als "Mann des Ausgleichs bekannt. Seine Bemühungen, unterschiedlichste Vorstellungen und Interessen zu berücksichtigen, verdienen Respekt." Er genieße daher "das uneingeschränkte Vertrauen des Vereins", schrieben Präsident Robert Reisinger sowie seine beiden Stellvertreter Hans Sitzberger und Heinz Schmidt.

Ismaik, umstrittener Investor des Fußball-Drittligisten, hatte Scharold am Wochenende bei der Etatplanung grobe handwerkliche Fehler vorgeworfen. "Wir halten Soziale Medien grundsätzlich nicht für den richtigen Ort, um Gesellschafterthemen des TSV 1860 München zu platzieren. Als Vereinsvertreter bestehen wir auf dem persönlichen Kontakt mit den Vertretern unseres Mitgesellschafters", entgegnete das Präsidium.

Ismaik hatte schon die Berufung Scharolds als Nachfolger von Markus Fauser zum neuen "Löwen"-Geschäftsführer im Januar 2018 scharf kritisiert. Der Jordanier wollte seinen eigenen Kandidaten, dem Vernehmen nach den früheren Bayern-Spieler Franz Gerber, einsetzen. Scharold soll sich nach Ismaiks Ansicht beim Etat für die abgelaufene Saison verkalkuliert haben. "Dass dies gravierende Auswirkungen auf die Zusammenstellung des Kaders für die neue Drittliga-Saison hat, ist selbsterklärend", schimpfte der Investor.

Ismaik missfällt zudem, dass vorübergehend die Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum an Hauptsponsor Die Bayerische verkauft werden sollen, "um die eigenen Fehler zu kaschieren", wie er das Präsidium weiter angreift. Schließlich versucht Ismaik nach eigenen Angaben, "ein Finanzierungsmodell zu kreieren", mit dem Coach Daniel Bierofka "seinen Kader verstärken kann". Am Montag war Trainingsstart.

Ismaik ist zwar Mehrheitseigner bei den "Löwen", die Mehrheit der Stimmen liegt jedoch beim Verein. Dadurch hat er nicht das letzte Sagen - und das missfällt ihm. Die Stimmenmehrheit (darum 50+1) bei ausgegliederten Kapitalgesellschaften muss in Deutschland immer beim Club liegen.