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Fußball - Hannover

Thomas Doll kritisiert "respektlosen Umgang" mit Trainern

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover (dpa) - Thomas Doll von Hannover 96 hat den Umgang mit Trainern im deutschen Fußball kritisiert. "Ich bin wirklich der Letzte, der sich in einer Opferrolle sieht. Wir werden an Resultaten gemessen, dessen bin ich mir bewusst. Aber was ich ein bisschen merkwürdig finde, ist: Wie Fußball-Lehrer, ich will nicht sagen enteiert werden, aber wie respektlos man mit ihnen umgeht", sagte der Chefcoach des Tabellenletzten am Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Bundesliga-Spiel bei Hertha BSC (Sonntag, 18.00 Uhr/Sky).

Als konkrete Beispiele nannte Doll, dass sich der nächste Gegner aus Berlin nach dieser Saison von seinem Trainer Pal Dardai trennen wird und dass auch Niko Kovac beim FC Bayern München weiter hinterfragt werde. Zu Dardai sagte er: "Wenn Trainer mitten in der Saison erfahren, dass es am Saisonende nicht weitergeht, dann stellt sich die Frage: Verliert man nicht sein Gesicht vor der Mannschaft und der Öffentlichkeit?"

Zu Kovac sagte er: "Und wenn ich meinen Freund und Kollegen in München sehe, der dort einen Klassejob macht und Tabellenführer ist, der schon in Frankfurt einen überragenden Job gemacht hat, der aber trotzdem Woche für Woche die Frage beantworten muss, ob er der richtige Mann ist: Das finde ich bedenklich."

Jeder Trainer ist nach Auffassung des 53-Jährigen "der wichtigste Mann im Verein. Er wird aber oft nicht als wichtigster Mann im Verein geschützt und dargestellt." Der Bundesliga-Rückkehrer möchte seine Kritik ausdrücklich nicht nur als Medien-Schelte verstanden wissen. "Man sollte schon aufpassen, wer im Fußball Meinung macht", sagte Doll, ohne dabei Namen zu nennen. "Es gibt so viele Flüsterer und Leute, die um andere Leute herumschleichen und etwas einsingen. Dass die Medien das auffangen, ist ganz normal."