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Fußball - Hannover

Herter will 96-Präsident werden

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover (dpa/lni) - Matthias Herter, Geschäftsführer des Immobilien-Unternehmens Meravis, möchte neuer Präsident des eingetragenen Vereins Hannover 96 und damit Nachfolger von Martin Kind werden. Für einen Posten im Aufsichtsrat wird bei der Mitgliederversammlung am 23. März unter anderem der Kapitän des Pokalsieger-Teams von 1992, Karsten Surmann, kandidieren. Das gab am Montag in Hannover jene Fraktion innerhalb des Vereins bekannt, die die Unterstützung der Abteilungsleiter und auch von Kind genießt. Die Opposition hat noch keine Kandidaten für die Versammlung benannt.

Innerhalb des größten niedersächsischen Sportvereins tobt seit Jahren ein Streit um den Umgang mit dem Profifußball in der seit 1999 ausgegliederten Hannover 96 GmbH & Co. KGaA. Kind steht für eine Trennung von Breitensportverein und Bundesliga-Team und möchte in Zukunft nur noch Geschäftsführer der Profifußball-Gesellschaft sein.

Der Einfluss des eingetragenen Vereins auf diese Gesellschaft ist aktuell noch dadurch gegeben, dass dem 96 e.V. die Management GmbH gehört, die wiederum die Geschäftsführer der KGaA beruft. Genau das schreibt die 50+1-Regel im deutschen Profifußball vor, die den Einfluss externer Investoren begrenzen soll. Kind hat jedoch einen Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel beantragt, um nach der KGaA auch die Management GmbH übernehmen zu können.

Das Team um den Präsidentschafts-Anwärter Herter sowie die fünf Aufsichtsratskandidaten Surmann, Tina Voß (Unternehmerin), Sandra Wallenhorst (Ex-Triathletin), Andreas Kuhnt (NDR-Moderator) und Michael Dette (stellvertretender Regionspräsident) steht für das von Kind entworfene Zwei-Säulen-Modell. Die Gruppe möchte jedoch nach Angaben von Herter erreichen, dass der eingetragene Verein wieder Anteile an der Profigesellschaft zurückübertragen bekommt.

Die Vereinsopposition kämpft gegen den Kurs von Martin Kind an. Bei der Mitgliederversammlung des eingetragenen Vereins wird ein neuer Aufsichtsrat gewählt, der danach den Präsidenten bestimmt.