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Fußball - Berlin

Noch vier Mal muss Dardai puzzeln: Was Puskas sagen würde

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa) - Noch vier Spiele unter Pal Dardai - und der Berliner Fan-Liebling will zumindest noch eine bessere Stimmung zu Hertha BSC zurückbringen. Nach sechs Spielen ohne Sieg und nur einem Törchen in den jüngsten vier Partien soll am Samstag (15.30 Uhr/Sky) der Europa-League-Überflieger Eintracht Frankfurt überrascht werden. "Wir haben schon eine Idee und werden taktisch variabel sein", erklärte der zum Saisonende scheidende Trainer Dardai vor dem 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

Während die Eintracht nach einer "außergewöhnliche Spielzeit mit großer Begeisterung" (Hertha-Manager Michael Preetz) um einen Champions-League-Platz kämpft, dümpelt Hertha wieder einmal ohne große Emotionen dem Saisonende entgegen. Das Wichtigste für den Verein und seine Bosse war schon mit dem Ende des Vorjahres geschafft: Mit dem gefürchteten Abstieg, der bei Dardais Dienstbeginn noch drohte, hat der Berliner Verein wieder nichts zu tun. Dass dem aber so ein Spannungsabfall folgte, ließ Preetz in der Trainerfrage umdenken. Ein neuer Chefcoach soll ab Sommer neue Reize setzen.

Dardai bleibt die wenig dankbare Rolle, sein durch erneute Verletzungsausfälle und Sperren dezimiertes Restpersonal nochmals heiß zu machen - nun gegen die Eintracht. "Zum Glück habe ich in meiner Kindheit viel mit Lego gespielt", bemerkte der 43-Jährige mit Anspielung auf sein gefordertes Improvisationsvermögen.

Der designierte Nationalspieler Niklas Stark (Sprunggelenk-Verletzung) fällt ebenso aus wie Toptalent Arne Maier (Innenband-Blessur) und Dardai-Sohn Palko (Knöchel). Dazu ist der wichtige Leihspieler Marko Grujic gelb-gesperrt. Ersatztorwart Thomas Kraft fehlt aufgrund einer Blockade im Nackenbereich. "Schon in der Hinrunde haben wir sehr viel gebastelt und sind da gut rausgekommen", erinnerte Dardai. Nach der Jahreswende gelang das nicht mehr.

"Es gibt Phasen, in denen es leichter geht. Diese Phase haben wir gerade nicht", sagte Preetz in dem Bemühen, seinem einstigen Mitspieler Dardai öffentlich einen versöhnlichen Abschied zu ermöglichen. Dardai hält den eingeschlagenen Weg des Vereins in seinen viereinhalb Jahren als Chefcoach für kompromisslos. Mit der von ihm geförderten Aus- und Weiterbildung von Talenten unter Bundesliga-Bedingungen habe sich der Wert des Teams enorm erhöht.

Und der Ungar bemühte seinen berühmten Landsmann Ferenc Puskas, der im WM-Finale von 1954 Deutschland unterlegen war und später bei Real Madrid zum Helden wurde. "Puskas hat gesagt: Kleines Geld, kleiner Fußball - großes Geld, großer Fußball." Der Kurs könnte sich bei Hertha auch nach seiner Zeit höchstens ändern, wenn einmal ein großer Sponsor mit ganz viel Geld um die Ecke kommen würde.