bedeckt München 31°

Doping - Bonn

NADA fordert Schärfung des Anti-Doping-Gesetzes

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Frankfurt/Main (dpa) - Die Nationale Anti-Doping-Agentur hofft, dass die Aufdeckung des mutmaßlichen Erfurter Doping-Netzwerks durch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nur der Anfang gewesen ist, dopende Spitzensportler besser enttarnen zu können. "Ich glaube, dass der erste Schritt gemacht ist und mit dem Anti-Doping-Gesetz in der jetzigen Form genau diese Ermittlungserfolge erzielt werden können", sagte NADA-Vorstand Lars Mortsiefer am Donnerstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

"Es ist jetzt schon gut zu sehen, dass mit den Mitteln des Anti-Doping-Gesetzes und den intensiven Ermittlungen Erfolge erzielt werden können", meinte Mortsiefer. Das sei eine ganz wichtige Erkenntnis. Allerdings sieht er auch die Notwendigkeit, dass das Gesetz "ein Stück weit geschärft und präzisiert" werden müsse, damit man es "noch gezielter" einsetzen könne. Der bayerische Staatsminister Georg Eisenreich hatte eine Kronzeugenregelung und die Einführung der Versuchsstrafbarkeit gefordert.

Zudem plädiert die NADA dafür, mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften einzurichten - bisher gibt es solche nur in München und Freiburg. "Denn der Erfurter Fall hat auch gezeigt, dass nur spezialisierte Ermittler die Expertise haben, das Gesetz auch richtig anzuwenden", erklärte Mortsiefer.

Die Münchner Ermittler hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass inzwischen gegen 21 Sportler aus acht europäischen Ländern und in fünf Sportarten ermittelt werde. Ausgangspunkt waren Razzien bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld/Österreich und Erfurt. Von Erfurt aus soll der Sportarzt Mark S. als mutmaßlicher Drahtzieher mit seinen Hintermännern seit 2011 das mutmaßliche Doping-Netzwerk betrieben haben.