Internet - Mainz

Kontrolle: Jugendliche kommen im Internet leicht an Alkohol

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Mainz (dpa/lrs) - Kinder und Jugendliche können sich im Internet viel zu einfach alkoholische Getränke bestellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bei 16 Online-Händlern, wie die Organisation am Donnerstag mitteilte. Problematisch sei nicht nur, dass kaum Händler das Alter kontrollierten, sondern dass die Rechtslage beim Versandhandel nicht eindeutig sei.

"Das Ergebnis der Stichprobe im Internet ist erschreckend", sagte Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale. Nur die Hälfte der bei der Kontrolle im Frühjahr überprüften Anbieter habe auf ihren Produktseiten auf Altersbeschränkungen hingewiesen. Hochprozentiges darf nicht an Jugendliche unter 18 verkauft werden. Für Wein, Bier und Sekt liegt die Grenze bei 16 Jahren. Nur zwei Händler hätten angegeben, beispielsweise durch den Paketboten das Alter der Besteller überprüfen zu lassen.

Die Verbraucherzentrale kritisierte, dass die Rechtslage beim Versandhandel nicht eindeutig formuliert sei. "Die Regelungslücken im Jugendschutzgesetz müssen geschlossen werden", forderte Umbach. Das Gesetz solle wie bei nicht jugendfreien Filmen und Tabakwaren explizit auf den Versandhandel eingehen.

"Auch wenn die gesetzlichen Verpflichtungen nicht klar geregelt sind, sollten Versandhändler Verantwortung übernehmen und die Altersbegrenzung deutlich kennzeichnen", sagte Umbach.