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Wohnungspolitik - Dresden

Wöller: Ländlichen Raum beim Thema Wohnen stärker einbinden

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Dresden (dpa/sn) - Sachsens Bauminister Roland Wöller (CDU) will beim Thema bezahlbares Wohnen den ländlichen Raum stärker einbinden. In gut mit der S-Bahn erreichbaren Städten wie Pirna, Meißen oder Heidenau gebe es Leerstandsquoten zwischen acht und zwölf Prozent, sagte Wöller am Mittwoch beim Mitteldeutschen Bauträgertag in Dresden. Ein Arbeitsweg von gut 15 Minuten sei zumutbar. Zugleich verwies Wöller auf ein Programm des Freistaates, das Wohneigentum außerhalb der Ballungszentren fördert.

Damit sollen Großstädte wie Dresden, Leipzig oder Dresden entlastet werden. Für Umbau gibt es ein staatliches Förderdarlehen bis 40 000 Euro vorgesehen, für Neubau bis zu rund 80 000 Euro.

"Es gibt einen Anspruch auf bezahlbaren Wohnraum", betonte Wöller. Es gebe allerdings kein Grundrecht, mitten in der Innenstadt eine Sozialwohnung für weniger als fünf Euro zu beziehen.

Der Landesverband Mitteldeutschland im Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) kritisierte unterdessen auf seiner Tagung steigende Standards am Bau, explodierende Baulandpreise und zu langsame kommunale Entscheidungen. "Das Bauen ist teurer geworden", sagte Vorstandsvorsitzender Frank Müller. Das müssten am Ende die Mieter zu bezahlen. Um die Baukosten zu senken, forderte Müller von der Politik, die Energieeinsparverordnung nicht weiter zu verschärfen und bestehende Bauvorschriften kritisch zu überprüfen. Es gebe mittlerweile mehr als 20 000 DIN-Normen und Vorschriften.

Zudem hätten sich in den vergangenen zehn Jahren die Grundstückspreise in Städten wie Dresden, Leipzig, Erfurt oder Jena nahezu verdoppelt. 1000 Euro pro Quadratmeter seien keine Seltenheit mehr, sagte Müller. Für die Errichtung eines Neubaus mit normalem Standard müsse mittlerweile mit 3500 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden.

Der BFW vertritt rund 1600 private Immobilien und Wohnungsunternehmen bundesweit, davon 110 in Mitteldeutschland. Zu den Unternehmen gehören unter anderem Bauträger.