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Wahlen - Rostock

Dänische Medien sind ein bisschen stolz auf Madsen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Kopenhagen/Rostock (dpa/mv) - Am Tag nach der Wahl des Dänen Claus Ruhe Madsen zum Rostocker Bürgermeister schwingt in den Berichten der Medien seiner Heimat ein wenig Stolz mit. So weit habe es ein Däne beim großen Nachbarn Deutschland gebracht, lautete der Tenor. "Claus Ruhe Madsen heißt der Mann, der jetzt Geschichte geschrieben hat", hieß es beim dänischen Rundfunk DR am Montag. Damit spielte die Rundfunkanstalt darauf an, dass mit Madsen erstmals ein Ausländer an der Spitze einer deutschen Großstadt steht.

Der DR porträtierte den bärtigen Skandinavier als einen Mann, der mit traditionellen deutschen Politikern kaum zu vergleichen sei. Mit ihm dürften nicht nur dänische Ansätze, sondern auch ein paar skandinavische Eigenheiten ins Rostocker Rathaus einziehen.

"Die Deutschen haben ein ganz anderes Hierarchiedenken", wurde Madsen am Montag von der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zitiert. "Da waren eine Menge Menschen im Rathaus, die mich gestern begrüßen wollten. Sie haben es etwas schwer damit, dass man gerne "Du" zum Chef sagen kann. Das dürfte sich in den nächsten paar Jahren ändern." Und weiter: "Die Deutschen möchten sehr gerne "Ordnung muss sein" haben, und das sollen sie auch haben, aber es soll auch Platz für ein wenig Freiraum sein."