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Wahlen - Potsdam

Nach Umfrage: SPD will kämpfen, CDU wünscht sich Rückenwind

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Potsdam (dpa/bb) - Nach Verlusten in einer Umfrage rund zweieinhalb Monate vor der Brandenburger Landtagswahl sieht die SPD noch viel Arbeit im Wahlkampf vor sich. Ministerpräsident und SPD-Landeschef Dietmar Woidke sagte am Mittwoch auf die Frage, welche Konsequenzen er aus der Umfrage ziehe: "Dass wir kämpfen müssen, um die Landtagswahl zu gewinnen." SPD-Fraktionschef Mike Bischoff sagte auf die Frage zu Konsequenzen: "Arbeiten, arbeiten, arbeiten - und rechtspopulistischen Kräften jederzeit die Stirn bieten!" Die SPD hatte bei der Europawahl bundesweit und im Land deutliche Verluste eingefahren. In Brandenburg regiert die SPD seit 1990, seit zehn Jahren mit den Linken.

Die AfD war bei der Umfrage von Infratest dimap für "Brandenburg aktuell" und den Sender Antenne Brandenburg mit 21 Prozent erstmals stärkste Kraft geworden. Die SPD kam auf 18 Prozent, dem laut rbb bisher niedrigsten Wert in der Umfrage. Die CDU erreichte 17 Prozent, die Grünen ebenfalls. Die Linke kam auf 14 Prozent, die FDP auf 5 Prozent, die Freien Wähler erreichten 4 Prozent. Im Vergleich zur April-Umfrage legten AfD und Grüne zu, während SPD, CDU und Linke Prozentpunkte verlieren. Wenn der Regierungschef direkt gewählt werden könnte, ergäbe sich ein anderes Bild: Woidke läge mit 48 Prozent vorn, CDU-Landeschef Ingo Senftleben bekäme 11 Prozent, AfD-Landesvorsitzender Andreas Kalbitz 8 Prozent. Am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt.

SPD-Generalsekretär Erik Stohn sagte, er sei guter Hoffnung, "dass wir angesichts der guten Umfragewerte für den Ministerpräsidenten nochwas drehen können". Die SPD wolle deutlicher machen, dass es um Brandenburg gehe.

Die CDU hält die Entwicklung in der Bundespolitik für mitverantwortlich für Einbußen. Senftleben wünschte sich im rbb-Inforadio am Mittwoch Rückenwind aus Berlin. "Das war in den letzten Wochen definitiv nicht der Fall", sagte Senftleben. Die Umfrage sieht er als Abwahl der rot-roten Koalition, aber auch als Protestwahl. Er bekräftigte seine Absage an eine Koalition mit der AfD, aber zugleich einer Offenheit für Gespräche: "Reden ja, aber Regierungshandeln mit der AfD definitiv nein."

Die AfD zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Umfrage. "Ich denke, dass damit auch die Arbeit der Partei und auch der Fraktion gewürdigt wird", sagte Kalbitz dem Sender Antenne Brandenburg. "Es setzt sich damit ein Trend fort, trotzdem werden wir um jede Stimme kämpfen."

Die Grünen sehen in der Befragung nicht nur einen Ansporn für die Wahl. "Da ist neben der Freude auch Demut", sagte der Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Benjamin Raschke, am Dienstagabend. "Wir sehen, dass wir eine große Verantwortung haben, all den hohen Erwartungen dann auch gerecht zu werden."