bedeckt München 21°

Wahlen - Hamburg

Deutlich mehr Briefwähler bei Bezirks- und Europawahlen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hamburg (dpa/lno) - Deutlich mehr Hamburger stimmen bei diesen Bezirks- und Europawahlen per Briefwahl ab. Die Zahl der Briefwahlanträge liege mit 293 000 bereits vier Tage vor der Wahl am Sonntag um rund 90 000 oder rund 40 Prozent über der bei den letzten Wahlen 2014, sagte Landeswahlleiter Oliver Rudolf am Mittwoch in Hamburg. Eine höhere Wahlbeteiligung lasse sich daraus aber noch nicht ableiten.

Möglicherweise gehe der Trend auch nur von der Urnen- zur Briefwahl. "Ich würde mich freuen, wenn sich das Interesse an der Briefwahl auch am Sonntag in den Wahllokalen widerspiegelt und die Hamburgerinnen und Hamburger passend zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes durch eine hohe Wahlbeteiligung die Demokratie stärken würden", sagte Rudolf.

Die hohe Zahl der Anträge stelle die Briefwahlstellen in den Bezirken "vor sehr hohe Herausforderungen". Diese könnten durch Mehr- und Wochenendarbeit aber gemeistert werden, sagte der Landeswahlleiter. Noch bis Freitag könne die Briefwahl beantragt werden. Wer dies noch machen wolle, sollte aber unbedingt direkt zu seiner bezirklichen Briefwahlstelle gehen. Dort könnten die Stimmzettel dann auch gleich ausgefüllt und abgegeben werden. "Dann kommen die Stimmen auch noch sicher in die Wahlurnen."

Eine Gefahr für den Grundsatz der gleichen und geheimen Wahl sieht Rudolf durch die hohe Zahl der Briefwähler nicht. Natürlich könnten aktuelle Ereignisse vor dem Urnengang nicht mehr in die Wahlentscheidung einbezogen werden, wenn der Stimmzettel sehr frühzeitig ausgefüllt werde. "Allerdings muss man auch sehen, dass auf der anderen Seite die Allgemeinheit der Wahl steht und möglichst viele Menschen daran teilnehmen sollen." Und dies werde durch die Briefwahl ermöglicht.