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Wahlen - Göhren

Streit um Bürgermeisterwahl in Göhren auf Rügen

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Göhren (dpa/mv) - Nach der Bürgermeisterwahl im Ostseebad Göhren auf Rügen vermutet einer der beiden unterlegenen Kandidaten Wahlbetrug. Er habe sich mit der Bitte um Mithilfe bei der Aufklärung an den Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen gewandt, teilte der Einzelbewerber Markus Pigard am Sonntag mit. Er habe Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Auf sein Schreiben an den Wahlleiter des Amtes Mönchgut Granitz habe er bisher keine Reaktion erhalten.

Zuvor hatte die Ostsee-Zeitung über den Verdacht Pigards berichtet. Demnach trat bei der Wahl am 26. Mai der Leiter des Fremdenverkehrs- und Gewerbevereins gegen einen Mitarbeiter, Torsten Döring (SPD), an. Döring gewann die Wahl mit 53,27 Prozent der Stimmen. Pigard wirft ihm vor, Wahlunterlagen, die Bürger offenbar irrtümlich in einen Briefkasten der Kurverwaltung Göhren geworfen hatten, herausgefischt, geöffnet und dann ins Wahlbüro gebracht zu haben. Laut Polizei soll ein anderer Mann die Wahlbriefe aus dem Briefkasten geholt und an Döring übergeben haben, der daher nur als Zeuge befragt werde.

In dem am Sonntag veröffentlichten Schreiben an den Amtswahlleiter erklärte Pigard, außerdem hätten nicht wahlberechtigte Bürger Zugang zu den Wahlunterlagen gehabt. Da mehr Stimmzettel ausgegeben worden seien als Wahlkabinen frei waren, hätten Bürger vor den Kabinen die Unterlagen ausgefüllt. Dies sei keine geheime Wahl mehr. Zudem seien ungewöhnlich viele Wahlzettel ungültig gewesen, nämlich 129 von 694 (18,59 Prozent). Am Montag soll der neue Bürgermeister ernannt und vereidigt werden.