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Verteidigung - Stralsund

Merkel: Bundeswehr sorgt für Sicherheit und Frieden

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Stralsund (dpa/mv) - Die Marine hat am Samstag das Gesicht der Stralsunder Altstadt geprägt: Am Tag der Bundeswehr präsentierten sich Marinesoldaten mit ihrer Technik neben Vertretern anderer Heeresbereiche auf einem Fest der Marinetechnikschule Parow am Stralsunder Hafen. Prominentester Gast war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zuvor waren knapp 100 Rekruten auf dem Alten Markt vereidigt werden. Die Ehrenrede für das Gelöbnis hielt der ranghöchste Soldat der Bundeswehr, General Eberhard Zorn.

Merkel, die als Bundestagsabgeordnete zu der Veranstaltung in ihren Wahlkreis in Vorpommern gekommen war, zeigte sich locker und gut gelaunt. Stralsund habe es gut getan, dass die Marinetechnikschule von Schleswig-Holstein nach Vorpommern umgezogen ist, sagte sie. "Stralsund hat das verdient." Sie dankte den 250 000 Soldaten und Zivilbeschäftigten der Bundeswehr, dass sie jeden Tag dafür sorgten, dass Deutschland in Sicherheit und Frieden leben könne. "Heute ist der Tag, zu sagen, was Tolles in der Bundeswehr geleistet wird."

Bei "maritimem Wetter", wie sie Wind und Regenschauer nannte, besuchte die Kanzlerin Informationsstände, unter anderem von der Tauchergruppe Warnemünde, dem Familienbetreuungszentrum und vom Bundeswehrverband sowie die Ausbildungsmesse der Marinetechnikschule. Sie spendete für das Soldatenhilfswerk, gab Autogramme, lächelte für Selfies in Kameras, aß Erbsensuppe. Nach großer Politik stand ihr nicht der Sinn. Zum Konflikt zwischen Iran und den USA befragt, sagte sie: "Wir setzen auf eine friedliche Lösung. Es war gut, dass unser Außenminister im Iran war. Wir sind mit allen Partnern im Gespräch."

Beim Gelöbnis erinnerte General Zorn daran, dass Einsätze auch den Einsatz von Gesundheit und Leben bedeuten könnten. Im Moment seien 18 000 Männer und Frauen der Bundeswehr im Einsatz. "Die Marine soll wachsen, um die Landesverteidigung und das internationale Krisenmanagement zu bewältigen", erklärte er.

Am Rande demonstrierten einige Menschen vor dem Gewerkschaftshaus mit Transparenten wie "Frieden schaffen ohne Waffen". "Bundeswehr raus aus den Schulen", hieß es auf einem Schild der linken Bundestagsabgeordneten Kerstin Kassner. Vertreter des Rostocker Friedensbündnisses verteilten Flyer, auf denen sie an die rund 3200 Bundeswehrangehörigen erinnerten, die seit der Gründung 1955 ums Leben kamen. Bei Auslandseinsätzen starben seit 1992 demnach 110 Bundeswehrangehörige. Eine Beendigung der Auslandseinsätze würde den Angaben zufolge pro Jahr mindestens eine Milliarde Euro Einsparungen bringen.

Ein Höhepunkt des Tages war der Überflug des A400 M, des größten Transportflugzeugs der Bundeswehr. Es überflog alle 14 Standorte, die sich deutschlandweit am Tag der Bundeswehr beteiligten. Ziel des Militärs war es, sich als attraktiver Arbeitgeber für Soldaten und Zivilbeschäftigte vorzustellen. In Stralsund gab es Vorführungen des Wachbataillons, von Tauchern und Seenotrettern, außerdem waren Marineschiffe für Besucher geöffnet.