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Verteidigung - Schwerin

Landesvorstand des Reservistenverbandes tritt zurück

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Schwerin (dpa/mv) - Der Vorstand des von internen Querelen gezeichneten Reservistenverbands Mecklenburg-Vorpommern ist zurückgetreten. Er war seit seiner Wahl im vergangenen Jahr immer wieder für seine Amtsführung und einen zu laxen Umgang mit rechtsradikalen Umtrieben kritisiert worden. In einem Rücktrittsschreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beklagt der bisherige Vorsitzende Roland Heckt massive Diffamierungen gegen sich sowie Belästigungen seiner Familie.

Heckt sowie die Vorstandsmitglieder Andreas Kolm und Jens Wermke hätten am Wochenende ihren sofortigen Rücktritt eingereicht, sagte eine Sprecherin des Bundesverbands am Montag. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet. Landesschatzmeister Stefan Timm habe seinen Rücktritt zum Ende des Jahres angekündigt. Der Bundesreservistenverband begrüßte den Schritt.

Auf einer Facebook-Seite der Bundeswehr-Reservisten ging Heckt nun zum Gegenangriff gegen seine Kritiker in der Kreisgruppe Mecklenburg-Schwerin über: In der Kreisgruppe herrschten "unhaltbare Zustände", den Verantwortlichen sei die Kontrolle über weite Strecken entglitten. "Gewisse Kreise" zerrten Verbandsinterna in verbandsschädigender und niederträchtiger Weise in die Öffentlichkeit. Der Landesverband sei tief gespalten, die Gräben schienen unüberwindbar. Auch vom Bundesverband sei zu wenig Unterstützung gekommen.

Dessen Sprecherin wies diese Kritik entschieden zurück. "Das Präsidium des Reservistenverbandes hatte dem Landesvorstand stets volle Unterstützung zugesagt", sagte sie. "Persönliche Streitigkeiten, Befindlichkeiten und Interessen einzelner Akteure behinderten seit Jahren eine sachliche Aufarbeitung der im Raum stehenden Vorwürfe in der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern." Im Mai ist eine Delegiertenversammlung der Landesgruppe geplant. Für einen nötigen Neuanfang bewerte der Bundesverband die Rücktritte als "förderlich".

Nach Ansicht von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hätte durch ein konsequentes Eingreifen des Bundesverbands der langwierigen Streit früher beigelegt werden können. Die Personalquerelen hätten dem Ansehen des Verbands in der Öffentlichkeit erheblich geschadet. Das bedauere er sehr, sagte der Minister.