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Senat - Berlin

Senat macht weg frei für Special Olympics in Berlin

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Berlin (dpa/bb) - Der Berliner Senat hat den Weg frei gemacht für die Austragung der Special Olympics 2023 in der Hauptstadt. Er beschloss am Dienstag ein Eckpunktepapier, mit dem nunmehr die Finanzierung der weltgrößten Veranstaltung für Sportler mit geistiger Behinderung abgesichert ist. Wie Sportsenator Andreas Geisel (SPD) mitteilte, stellt Berlin den Veranstaltern für die Organisation 35,73 Millionen Euro zur Verfügung. Dieselbe Summe kommt noch einmal vom Bund.

Zusätzlich legt Berlin ein Landesprogramm in Höhe von 4,2 Millionen Euro auf, um Sportstätten barrierefrei zu machen und ein großes Rahmenprogramm zu finanzieren. Dieses soll schwerpunktmäßig auf der Straße des 17. Juni organisiert werden. Auch soll ein Nahverkehrsplan in einfacher Sprache erarbeitet werden.

Die Special Olympics, die laut Geisel in ihrer Komplexität mit Olympischen Spielen vergleichbar sind, finden alle zwei Jahre im Wechsel als Sommer- und Winterspiele statt. Die Sommerversion in Berlin ist vom 16. bis 25. Juni mit 25 Sportarten geplant. Erwartet werden Geisel zufolge allein 7000 Athleten und 12 000 Familienmitglieder, dazu mehrere Tausend Betreuer und freiwillige Helfer.

Die Wettbewerbe sollen in zahlreichen Sportstätten über die Bühne gehen, die Eröffnungsveranstaltung ist im Olympiastadion geplant. Eher nicht als Austragungsort in Frage kommt hingegen der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Mitte, der stark sanierungs- und umbaubedürftig ist und wohl nicht mehr rechtzeitig fertig wird.

Wie Geisel erläuterte, sollen dort Sanierung und Umbau in ein multifunktionales Stadion für rund 20 000 Zuschauer nach mehrfachen Verschiebungen Anfang 2020 beginnen. 110 Millionen Euro seien dafür veranschlagt. Die Fertigstellung sei nach dem jetzigen Konzept im Mai 2023 geplant, also kurz vor Beginn der Special Olympics. Allerdings seien Verzögerungen bei derartigen Bauprojekten nicht auszuschließen.

Daher setze der Senat bei den Special Olympics auf Alternativen wie das Mommsenstadion in Charlottenburg-Wilmersdorf oder das Hans-Braun-Stadion auf dem Olympiagelände. "Die Special Olympics hängen nicht allein am Jahn-Park."

Bei den Spielen gehe es um mehr als nur Sport, unterstrich Geisel. "Es geht nicht um schneller, höher, weiter, sondern um Respekt. Das hat gesellschaftsverändernden Charakter." Eine solche Megaveranstaltung biete eine Chance, die Idee der Inklusion - also des Miteinanders von Menschen mit und ohne Handicap - stärker in der Gesellschaft zu verankern. "Sie passt so gut wie keine andere Veranstaltung zu einer bunten, toleranten Stadt wie Berlin. Wir werden gute Gastgeber sein", so Geisel.

Innerhalb der rot-rot-grünen Koalition, die sich seit geraumer Zeit bei einer Reihe von Vorhaben beharkt, hatte es zuletzt Streit um das Finanzierungskonzept gegeben. Die Grünen wandten sich nach eigener Darstellung vor allem dagegen, für die Veranstaltung noch vor Aufstellung der Landeshaushalte für die kommenden Jahre quasi einen Blankoscheck auszustellen. Das Problem sei nun gelöst, da die Gelder aus dem Etat von Sport- und Innensenator Geisel kommen sollen, hieß es aus Koalitionskreisen.

Geisel sagte dazu, nach seiner Einschätzung sei es bei dem Streit nicht um die Special Olympics gegangen. "In einer Koalition haben alle drei Koalitionspartner nur dann gemeinsam Erfolg, wenn jeder auch Projekte hat, die er vorzeigen kann. Und diese Koalition ist gut beraten, sich gegenseitig möglichst Erfolge zu gönnen." Da gebe es noch Nachholbedarf. Jedoch: "Kein Koalitionspartner hat jemals die Special Olympics in Frage gestellt."