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Kräftemessen: Guaidó und Maduro lassen demonstrieren

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Eine Frau konfrontiert venezolanische Polizisten, die Teilnehmer einer Demonstration gegen die sozialistische Regierung von Präsident Maduro blockieren. Foto: Eduardo Verdugo/AP

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Caracas (dpa) - Seit Wochen liefert sich Juan Guaidó einen erbitterten Machtkampf mit dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro - jetzt hat der selbst ernannte Interimspräsident versucht, mit Protesten seiner Anhänger den Druck nochmals zu erhöhen.

In der Hauptstadt Caracas gingen am Samstag Tausende für ihn auf die Straße. "Es kommen harte Tage auf uns zu. Das Regime wird versuchen, uns zu spalten", sagte er bei einer Kundgebung. "In diesem Kampf ist es fundamental, dass wir weiter auf die Straße gehen."

Zuvor hatten Sicherheitskräfte versucht, die Demonstranten auf ihrem Marsch zur Avenida Victoria im Zentrum zu stoppen. An mehreren Stellen blockierten Bereitschaftspolizisten die Straße und ließen die Menschen nicht passieren, wie im Fernsehen zu sehen war. Medienberichten zufolge setzten die Beamten teilweise auch Pfefferspray ein. Ein Demonstrant sagte im Fernsehsender TVV: "Wir leben in einer Diktatur - wir wollen Demokratie."

Guaidó hatte sich am 23. Januar selbst zum Interimspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit herausgefordert. Er prangert an, dass die Wiederwahl des Sozialisten im vergangenen Jahr nicht den demokratischen Spielregeln entsprochen habe. Deutschland, die USA, zahlreiche EU-Staaten und viele lateinamerikanische Länder haben Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt.

Auch Staatschef Maduro trommelte am Samstag seine Anhänger zusammen. Sie marschierten durch die Innenstadt zum Präsidentenpalast Miraflores. "Wir sind ein Volk, das Widerstand leistet. Deshalb werden wir die Schwierigkeiten hinter uns lassen", sagte Außenminister Jorge Arreaza auf der Kundgebung. Der Präsident der regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, beschwor den Zusammenhalt zwischen der Bevölkerung und den Streitkräften. "Diese Einheit wird jeden Tag stärker", sagte er.

Allerdings leiden viele Venezolaner unter der katastrophalen Versorgungslage in dem einst reichen Land. Aus Mangel an Devisen kann das ölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Zuletzt legte ein massiver Stromausfall das Land weitgehend lahm. Die Regierung machte einen von den USA geplanten Cyberangriff auf das wichtigste Elektrizitätswerk dafür verantwortlich. Die Opposition sprach dagegen von Schlamperei, Korruption und Misswirtschaft.

"Es sterben Menschen", rief ein aufgebrachter Demonstranten den Beamten bei der Demonstration am Samstag entgegen. "Wir sind hier, weil wir die Geduld verlieren. Uns verfault das Essen." Kürzere Stromausfälle gehören in Venezuela zwar zur Normalität, aber ein mehrtägiger Ausfall ist auch für das krisengebeutelte Land ungewöhnlich.

Weil etwa auch zahlreiche Krankenhäuser von der Elektrizität abgeschnitten waren, sollen nach Angaben der Opposition 79 Menschen wegen des Stromausfalls gestorben sein. Die Regierung wies die Behauptung zurück. Am Samstag wurde bereits von einem erneuten Stromausfall berichtet.

Die Lage in Venezuela ist festgefahren. Obwohl viele Menschen mit der Situation unzufrieden sind und Guaidó auf breite internationale Unterstützung zählen kann, verfügt er über keine ausreichend starke Machtposition, um den Regierungswechsel zu erzwingen. Maduro wird zwar auf der Weltbühne immer mehr zum Außenseiter, kann daheim aber weiterhin auf die Unterstützung des mächtigen Militärs zählen.

Während Guaidó zuletzt durch Nachbarländer reiste, um für Unterstützung für seine Gegenregierung zu werben, will er jetzt mit neuen Demonstrationen wieder den Druck auf der Straße erhöhen. Er kündigte an, dafür Menschen aus ganz Venezuela nach Caracas zu holen.

Der Ärger vieler Venezolaner über die Stromausfälle könnte ihm dabei in die Karten spielen. "Damit die Finsternis, der Hunger und das Elend enden, muss die unrechtmäßige Machtübernahme aufhören", sagte er bei der Kundgebung.