bedeckt München 33°

Regierung - Erfurt

Diezel wünscht sich mehr Frauen in Spitzenpositionen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Diezel hat dazu aufgerufen, die Vorstände großer deutscher Unternehmen stärker mit Frauen zu besetzen. Es sei gut, dass Frauen in den Aufsichtsräten der großen Konzerne inzwischen zu einem Drittel vertreten seien. "Jetzt ist es aber an der Zeit, dass nicht nur die Aufsichtsräte, sondern auch die Vorstände mit Frauen besetzt werden", sagte Diezel bei einem Treffen der Gleichstellungsbeauftragten des Bundes und der Länder am Mittwoch in Erfurt. Es dürfe kein Hindernis sein, Kinder zu haben, Pflege zu leisten und trotzdem Karriere zu machen, betonte die CDU-Politikerin.

Diezel rief dazu auf, für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu kämpfen - "egal welcher Partei oder welcher Gruppierung wir angehören", wie sie vor rund 120 Gleichstellungsbeauftragten der obersten Behörden von Bund und Ländern sagte. Das zweitägige Treffen läuft noch bis Donnerstag. Thema ist in diesem Jahr: "Frauen in Gremien – Gleichstellung in Gremien".

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) forderte Quotenregelungen für Parlamente und für Unternehmen. Nur wenige der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland würden von Frauen geführt. "Das liegt doch nicht daran, dass es Frauen nicht können", sagte Siegesmund. Es gehe um eine strukturelle Frage, die man ordnungspolitisch lösen müsse. "Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass hier eine Quote helfen würde", sagte sie.

Auch für den Bundestag müsse eine Regelung gefunden werden, den Frauenanteil zu erhöhen. In Thüringen will die Koalition aus Linke, SPD und Grüne ein Paritätsgesetz verabschieden, womit die Landesparteien dazu gebracht werden sollen, auf ihre Wahllisten etwa genauso viele Frauen wie Männer zu setzen. Als erstes Bundesland hatte Brandenburg Ende Januar ein Paritätsgesetz beschlossen.