bedeckt München 24°

Regierung - Erfurt

30 Jahre Mauerfall: Junge Menschen sollen erreicht werden

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Erfurt (dpa/th) - Im Jubiläumsjahr des Mauerfalls und der friedlichen Revolution vor 30 Jahren sollen nach dem Willen der Thüringer Landesregierung vor allem Zeitzeugen zu Wort kommen. So soll es etwa in sozialen Netzwerken im Internet Interviews mit Menschen geben, die sich damals beteiligten, wie Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) am Dienstag in Erfurt ankündigte. Man sei der Überzeugung, "dass wir viele junge Menschen nur erreichen werden, wenn wir über die von ihnen genutzten Kommunikationskanäle gehen", sagte Hoff.

Er stellte ein Konzept für das Gedenken im Jubiläumsjahr vor, das im Landtag beraten werden soll. Demnach soll es in diesem Jahr im Freistaat rund 80 Einzelveranstaltungen sowie Bildungs- und Forschungsprojekte zur friedlichen Revolution und dem Mauerfall geben.

Bei einem der zentralen Festakte am 9. November an der Grenze zwischen Thüringen und Hessen werden Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) erwartet. Mit rund 763 Kilometer hatte das Gebiet des heutigen Thüringens den längsten Abschnitt der innerdeutschen Grenze.

"Die Grenzöffnung gehört zum kollektiven Gedächtnis", sagte Hoff. Nahezu jeder könne eine Geschichte davon erzählen, was er im November 1989 erlebt habe.

Auch Sachsen-Anhalt bereitet einen Festakt am 9. November mit seinem Nachbarn Niedersachsen vor. Dazu sind auf dem Gelände der Gedenkstätte Marienborn nahe der ehemaligen Grenze auch Gespräche mit Zeitzeugen geplant, wie ein Regierungssprecher sagte.

In Brandenburg sind für den 10. November unter anderem ein Festgottesdienst in der Potsdamer Nikolaikirche und eine Feier an der Glienicker Brücke geplant.

Für das Jubiläum hatte Thüringen im vergangenen und in diesem Jahr jeweils rund zwei Millionen Euro Fördermittel eingeplant. Hoff sagte, dass auch jene Zeitzeugen in den Fokus gerückt werden sollen, die protestierten, als noch niemand ahnen konnte, dass aus diesen individuellen Protesten eine Revolution wird - etwa Anfang des Jahres 1989. Außerdem soll die Zeit unmittelbar nach dem Mauerfall einen Schwerpunkt im Jubiläumsjahr bilden - zum Beispiel die Ereignisse im Dezember 1989 und Januar 1990, "die Aneignung der Stasi-Unterlagen durch die Bürgerinnen und Bürger der DDR", wie Hoff sagte.