Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 26°

Parteien - München

Seehofer versteht SPD, will aber keine Nachverhandlungen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

München (dpa) - CSU-Chef Horst Seehofer lehnt Nachverhandlungen zu den Sondierungsergebnissen für eine Neuauflage der großen Koalition ab. "Man kann jetzt nicht einseitig nach der Sondierung aufsatteln mit Dingen, die man in der Sondierung nicht durchsetzen konnte. Das war ja ein Interessenausgleich, den kann man nicht nachträglich infrage stellen", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Sondierungsergebnisse seien seit Menschengedenken Grundlage für Koalitionsverhandlungen.

Seehofer rechnet nicht damit, dass bei Koalitionsverhandlungen die verabredeten Inhalte grundsätzlich zur Diskussion gestellt werden können. "Die Sondierungsergebnisse sind und bleiben die Grundlage für die Koalitionsverhandlungen. Koalitionsverhandlungen haben den Sinn, allgemein gehaltene Dinge aus den Sondierungen konkreter zu machen, vom Zeitpunkt, vom Volumen, vom Inkrafttreten und so weiter."

Mit Blick auf die Debatte in der SPD zeigte Seehofer Verständnis, dabei müsse man den Weg der SPD seit der Bundestagswahl bedenken, sie sei aufgewühlt. "Ich bin nicht der Anwalt der SPD. Aber als langjähriger Politiker weiß ich, dass solche Prozesse in einer so gebeutelten Partei normal sind. Ich betrachte die Diskussion mit Respekt und ich wünsche dem Parteivorsitzenden (Martin Schulz), dass er letzten Endes die Zustimmung zur großen Koalition auf dem Parteitag bekommt."

Am Freitag hatten Union und SPD ihre Sondierungen abgeschlossen, seither ist in der SPD eine kontroverse Debatte zu den Inhalten entbrannt, am Wochenende wird ein Parteitag über den Start von Koalitionsverhandlungen abstimmen.