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Parteien - Kaiserslautern

Grüne in Kusel verzichten auf Wahlplakate

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Kusel (dpa/lrs) - Als Zeichen gegen eine "Vermüllung" der Innenstädte verzichten Die Grünen im Kreis Kusel zur Kommunalwahl (26. Mai) auf Plakate. "Wir sollten nicht für Klimaschutz, Ressourcenschutz und gegen Plastikmüll argumentieren und gleichzeitig Plastikplakate oder kunststoffbeschichtete Pappplakate aufhängen", sagte Parteisprecherin Anja Frey am Mittwoch. Der Beschluss sei kontrovers diskutiert worden - aber die Mehrheit habe zugestimmt. "Wir wollen als gutes Beispiel vorangehen. Einer muss mal anfangen!", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

In der Berliner Parteizentrale kommt der Beschluss nicht allzu gut an. Auch wenn der Wahlkampf heute stärker im Internet stattfinde, seien Plakate "unverzichtbar", sagte Grünen-Wahlkampfmanager Michael Kellner. "Mit Plakaten ist man sichtbar im öffentlichen Raum präsent und signalisiert, dass man und für was man gewählt werden möchte." Es sei aber "nicht ungewöhnlich", dass einzelne Orts- oder Kreisverbände nicht plakatierten. Die von den Bundesgrünen angebotenen Plakate seien über das Altpapier recycelbar. Die Grünen setzen verstärkt auf Großflächen - es würden vor der Europawahl jetzt sogar mehr aufgestellt als zur Bundestagswahl 2017.

In Kusel kündigte Frey einen "möglichst ressourcenschonenden Wahlkampf" an. "Wir wollen auch insgesamt nicht zuviel Papier oder Plastik verschwenden. Es werden keine kleinen verpackten Sachen angeschafft und nicht unnötig viele Flyer." Zu Kritik von Politologen, die Partei solle sich in Gremien für Müllvermeidung einzusetzen, statt "Symbolpolitik" zu betreiben, sagte die Sprecherin, das eine schließe das andere nicht aus. "Wir werden uns zusätzlich auch für eine bessere Müllpolitik einsetzen." Vielleicht setze der Schritt ein Zeichen, zumindest weniger Plakate aufzuhängen.

"Wir werden sehen, wie es läuft. Kann sein, dass Plakate eine größere Reichweite haben - aber viele Leute, mit denen wir gesprochen haben, finden Plakate langweilig, nutzlos und störend", meinte sie. Die Grünen hätten sich "schon lange über Vermüllung geärgert". Bei der Verbandsgemeinderatswahl in Kusel 2014 holten die Grünen 9,5 Prozent.