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Parteien - Bremen

Bremer Grüne wollen Urwahl für Spitzenkandidatur prüfen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Bremen (dpa) - Nach hitziger, teils persönlich geführter Debatte haben die Bremer Grünen dem Landesvorstand in Personalfragen für die Landtagswahl 2019 einen Dämpfer erteilt. Zwar folgten die 165 anwesenden Mitglieder am Montagabend in Bremen im Grundsatz dem Vorschlag für ein Spitzenteam aus drei Frauen. Allerdings stimmten sie auch einem Antrag zu, dass damit keine Vorfestlegung für die Vergabe des ersten Listenplatzes für die Wahl im Mai 2019 verbunden ist. Zudem soll der Landesvorstand die Möglichkeit einer Urabstimmung über die Spitzenkandidatur prüfen. Ein entsprechender Änderungsantrag wurde mit 88 Ja-Stimmen und 72 Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen angenommen.

Zuvor hatten viele Mitglieder heftige Kritik an der Art und Weise geäußert, wie der Landesvorstand vor einigen Wochen das Spitzenteam nominiert und präsentiert hatte. Dem Spitzen-Trio gehören Finanzsenatorin Karoline Linnert, Sozialsenatorin Anja Stahmann und Fraktionschefin Maike Schaefer an. Die Entscheidung der Parteiführung für das Frauen-Team wurde von vielen Mitgliedern als "Hinterzimmer-Politik", undemokratisch und unfair bezeichnet. Ein Kritiker forderte Linnert, die stellvertretende Bürgermeisterin in Bremen ist, zudem auf, den Weg frei zu machen und nicht für Listenplatz eins zu kandidieren.

Die Bremer Grünen regieren in dem kleinsten deutschen Bundesland bereits in dritter Legislaturperiode mit der SPD. Die Partei zählt rund 730 Mitglieder. Im Herbst steht ein Programmparteitag an. Über die Listenplätze wird Anfang Dezember dieses Jahres entschieden.