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Migration - Potsdam

Brandenburg richtet Sammelstelle für Abschiebungen ein

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Potsdam (dpa/bb) - Die Brandenburger Landesregierung richtet für Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern eine Sammelstelle am Flughafen Schönefeld ein. Dort sollen die Betroffenen maximal zwei Tage vor ihrer Abschiebung untergebracht werden, um die unfreiwilligen Rückführungen effektiver zu machen, wie der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker, am Montag bestätigte. Zuerst hatte die "Märkische Allgemeine" (Montag) berichtet. Die Einrichtung soll bereits im Juli eröffnet werden.

Bislang scheiterten viele Abschiebungen daran, dass die Betroffenen an ihrer Adresse nicht auffindbar waren. Die Menschen wurden häufig in der Nacht abgeholt und zum Flugzeug gebracht, was von vielen als sehr belastend angesehen wurde. Straftäter und sogenannte Gefährder sollen künftig in Abschiebe-Haftanstalten anderer Länder gebracht werden, weil Brandenburg derzeit kein solches Gefängnis hat.

Nach Angaben des Innenministeriums leben derzeit 6777 Menschen im Land, die grundsätzlich ausreisepflichtig sind. Bei 5556 von ihnen wurde die Abschiebung vorübergehend ausgesetzt. 2018 haben rund 1300 ausreisepflichtige Flüchtlinge das Land verlassen, davon deutlich mehr als die Hälfte freiwillig.